„Jugend aktiv“: Herausforderungen statt Hausaufgaben

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
8989793.jpg
„Jugend aktiv“: Willi Engels (vorne, Mitte) ist Vorsitzender des Vereins für unabhängige Jugendarbeit im Kreis Heinsberg. Er freut sich mit den Teilnehmern des Seminars „Jungen aktiv“ in der Schwimmsportschule in Übach-Palenberg über sehr gelungene drei Tage. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsbrg. Nachnamen sind an diesen drei Tagen in der Schwimmsportschule in Übach-Palenberg nicht so wichtig. Und das Outfit auch nicht, auch wenn der stellvertretende Landrat und Schirmherr, Willi Paffen, als Präsente vom Kreis Heinsberg T-Shirts mit dem kleinen Wappen des Kreises Heinsberg für jeden Jungen mitgebracht hat.

Was viel mehr zählt, sind Spaß und das gute Gefühl, in einer Gruppe, deren Mitglieder sich gerade erst kennengelernt haben, etwas Neues auszuprobieren. Dies ist Willi Engels, dem Vorsitzenden von „Jugend aktiv“, dem Verein für unabhängige Jugendarbeit im Kreis Heinsberg, ein Herzensanliegen.

„Menschen helfen Menschen“

Finanziert von den Fördervereinen der Don-Bosco-Schule Oberbruch, der Peter-Jordan-Schule Hückelhoven und der Mercatorschule Gangelt und unterstützt mit Mitteln der von unserer Zeitung getragenen Aktion „Menschen helfen Menschen“ konnten nun elf Jungen aus achten und neunten Klassen von Förderschulen im Kreis Heinsberg erleben, wie sich ein dreitägiges Seminar anfühlt, bei dem sie im Mittelpunkt stehen. „Das ist hier Vollpension, auch sportlich“, meint Willi Engels bei der Vorstellung der Gruppe und des unter dem Titel „Jungen aktiv“ laufenden Seminars in der Schwimmsportschule.

„Die hier angebotenen Möglichkeiten sind wirklich gigantisch“, so Engels weiter. Denn mit Seminarräumen, Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten sowie Sporthalle ist der speziell auf die Anforderungen eines Bildungs- und Leistungszentrums ausgerichtete Bau an der Übach-Palenberger Carl­straße das Mekka nicht nur für Wassersportler. „Hier können die Jungs auch mal Sportarten ausprobieren, die sie vielleicht noch nicht kennen oder können“, so Engels.

Hausaufgaben gibt es an den drei Tagen, die in der Schwimmsportschule des Schwimmverbandes Nordrhein-Westfalen verbracht werden, zwar nicht. Wohl aber ständig neue Herausforderungen. Da gilt es, sich zunächst in die Gruppe und in die Zimmergemeinschaft einzufinden. „Wir mischen die Zimmer bewusst so, dass immer zwei oder drei auf einem Zimmer sind, die nicht auf der selben Schule sind“, berichtet Willi Engels. Er startete noch während seiner Zeit beim Kreissportbund Heinsberg mit diesem Projekt, mehr als 15 Jahre ist das nun her. Und auch in seinem Tätigkeitsfeld bei „Jugend aktiv“ blieb er dabei, weil es sehr vielversprechende Erlebnisse und Ergebnisse bietet. „Meine Erfahrung zeigt, dass selbst die Jungs, die uns von den Schulen als schwierig beschrieben werden, nicht mehr Probleme machen als Schüler anderer Schulformen“, betont Engels.

Auspowern in der Gruppe

Was den Aufenthalt in der Schwimmsportschule so anders macht, ist vor allem die Chance, sich in der Gruppe auszupowern. So schnappen sich Lukas und Jan vor dem Fototermin in der Turnhalle gleich mal zwei dicke Matten, formen aus ihnen ein überdimensionales „L“, und alle beginnen gleich, mit schnellen Schritten darauf zuzulaufen und auf die Matten zu springen. Das funktioniert, ohne dass Willi Engels etwas sagen müsste. Und es läuft ohne Streit, Krach oder Lustlosigkeit. „Es macht einfach Spaß hier“, meint Jan, „man kann sich den ganzen Tag bewegen.“ Lukas nickt zustimmend und freut sich, dass in der Gruppe die Jungs, die beispielsweise besser Fußball spielen können als andere, nicht damit angeben, sondern den anderen zeigen, wie es besser geht.

Echter Teamgeist entsteht so im Handumdrehen, was natürlich auch durch die festen Rituale wie gemeinsames Frühstücken, Nachtruhe und das Einhalten vereinbarter Zeiten unterstützt wird. „Hier lernt man halt neue Sachen“, bringt Lukas es auf den Punkt. Und dabei wischt er sich noch ein wenig Schlaf aus den Augen, denn tags zuvor hat er sich mit den anderen aus der Gruppe noch bis kurz vor Mitternacht im Schwimmbecken ausgepowert. Ein wenig Muskelkater hat er schon, aber das kann die Freude bei diesem Seminar, wo Nachnamen wirklich nicht so wichtig sind, nicht trüben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert