Kreis Heinsberg - Jodtabletten-Verteilung bis Jahresende

Jodtabletten-Verteilung bis Jahresende

Von: Dettmar Fischer
Letzte Aktualisierung:
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Macht den Menschen in der Region große Sorgen: der Zustand des Atomkraftwerks im nahen belgischen Tihange. Foto: Imago/Sepp Spiegl

Kreis Heinsberg. Landrat Stephan Pusch gab in der Sitzung des Kreisausschusses einen Sachstandsbericht zur Verteilung von Jodtabletten im Falle einer Reaktorkatastrophe. Das vom Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) NRW abgesegnete Konzept zu den Maßnahmen, die in Bezug auf einen Nuklearunfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange zu ergreifen sind, sieht unter anderem die Vorverteilung von Jodtabletten vor.

Die Bevölkerung solle, so Landrat Pusch, über die Medien darüber informiert werden, dass eine Vorverteilung von Jodtabletten für den bezugsberechtigten Personenkreis vorgesehen sei. Dies seien Personen, die jünger als 46 Jahre sind oder Schwangere.

Dieser Personenkreis benötige zum Abholen der kostenlosen Jodtabletten in Apotheken einen Bezugsschein. Diesen Bezugsschein beantrage der Personenkreis nach dem Aufruf in den Medien per Post oder online. In den Apotheken erfolge dann eine umfassende Beratung. Bis spätestens Ende des Jahres solle die Verteilung abgeschlossen sein.

Landrat Stephan Pusch verwies darauf, dass sich der Preis für die Jodtabletten wohl aufgrund der Nachfragesituation mittlerweile vervierfacht habe. Das Land NRW stelle den Katastrophenschutzbehörden die Jodtabletten kostenlos zur Verfügung. Allerdings entstünden der Kreisverwaltung wie den Kommunen nicht unerhebliche Kosten für Bezugsberechtigung, Erstattung des Kostenaufwands der Apotheken und Personalaufwand.

Im Kreis Heinsberg lebten derzeit 120.000 bezugsberechtigte Personen. Das MIK gehe davon aus, dass 15 Prozent der Bezugsberechtigten, also 18.000 Personen im Kreis Heinsberg, von dem Angebot Gebrauch machen. Eine Verteilung der Jodtabletten im Ereignisfall sei ebenfalls geplant.

Hierzu würden die Jodtabletten dezentral in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen gelagert. Bis zur Freisetzung des radioaktiven Materials im Kreis Heinsberg, etwa zwölf Stunden nach dem Unfall, erfolgten Transport und Verteilung der Jodtabletten. Eine einheitliche Informationsbroschüre für die Region Aachen werde erstellt, so Pusch.

Den Antrag der Region Aachen bezüglich der Anschaffung von Feinstaubmasken für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren habe das Land abgelehnt. Innerhalb der Region Aachen werde, so der Landrat, zurzeit das weitere Vorgehen beraten. Die Kosten für Kinderfeinstaubmasken beliefen sich im Kreis nach einer groben Schätzung auf 35.000 Euro für 14.000 Kinder. Feinstaubmasken für Erwachsene seien im Handel erhältlich.

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