Jede Menge Arbeit: Lehrer besuchen Milchviehbetrieb

Von: Johannes Bindels
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Gut informiert: Willi Pelzer mit der Lehrergruppe der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule bei der Betriebsbesichtigung. Foto: Johannes Bindels

Kreis Heinsberg. Wenn die Abstammungsurkunde sichtbar im linken und rechten Ohr getragen wird, dann gehören die Träger zum erfassten Milch- und Rindvieh in Deutschland. Über das Leben und Arbeiten auf dem Milchviehbetrieb von Landwirt Willi Pelzer in Selfkant-Schalbruch konnten fünf Lehrerinnen und Lehrer der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule aus Geilenkirchen bei einer Betriebsbesichtigung mehr erfahren.

Im Rahmen einer bundesweiten Aktion der Rheinischen Landfrauen e.V. im Kreis Heinsberg (RhLV) organisierten die Mitglieder Annemie Keulen, Hedwig Eigelshoven und Karola Glomsda vom Ortsverband Selfkant/Gangelt/Übach das Treffen.

Ansprechpartner auf Seiten der Lehrerschaft war der Fachleiter für das Fach Biologie, Dieter Langer-beins. Neben dem Fach Biologie waren Lehrerinnen des Faches Hauswirtschaft an der Betriebsbesichtigung beteiligt. Die Erkundung von außerschulischen Lernorten für ihre Schülerschaft stand ebenso auf der Agenda der Lehrerschaft wie das persönliche Erkundigen vor Ort, auch um die Verortung möglicher Lerninhalte vom Fach Biologie bis zur Berufswahlvorbereitung einschätzen zu lernen.

Kleine Episoden aus dem Leben der Lehrer verdeutlichten, dass die Kenntnisse der Kinder und Jugendlichen vom Ablauf eines Milchviehbetriebs eher rudimentär vorhanden seien. Mit dem Ehepaar Monika und Willi Pelzer standen Gesprächspartner zur Verfügung, die intensiv und hautnah von den Bedingungen für das Betreiben eines Familienbetriebes berichten konnten.

200 Milchkühe und ebenso viel Jungvieh seien zu betreuen, ließ Willi Pelzer seine Gäste zum Einstieg wissen. Dazu seien 85 Hektar Land zu bearbeiten. Neben geringen Flächen für Zuckerrüben und Getreide diene der größte Teil der Flächen zur Futtererzeugung. Sein Betrieb fuße grundsätzlich auf Stallhaltung der Kühe. Seine Tiere seien in Gruppen eingeteilt, die jeweils in eigenen Ställen untergebracht seien. In zum Teil hochmodernen großen Gebäuden seien die Tiere in Färse-gruppe, Hochleistungsgruppe, Niedrigleistungsgruppe und Trockenstehgruppe untergebracht. Sechs Wochen vor dem Kalben werde die Trockenstehgruppe in einem gesonderten Stall auf die Geburt des Kalbes vorbereitet. In der Regel erfolge das Kalben ohne besondere Hilfestellung und selbstständig durch die trächtigen Tiere. „Auf den Abstammungsnachweisen im Ohr sind rechts der Vater und links die Mutter verzeichnet“, erläuterte Pelzer. Durchschnittlich sechs Jahre seien die Tiere im Bestand, ergänzte Pelzer.

Vom Ehepaar Pelzer, ihrem erwachsenen Sohn, einem Auszubildenden und einem Minijobber würden alle täglichen Aufgaben abgewickelt. Dazu gehöre auch besonders der Melkvorgang, der stark automatisiert in einer Melkstation mit 24 Melkplätzen ablaufe. In einem 16.000 Liter-Tank werde die Milch innerhalb einer halben Stunde nach dem Melken auf etwa vier Grad abgekühlt und gelagert.

Jeden zweiten Tag erfolge die Abholung und Leerung. Melkvorgang, Reinigungsarbeiten und Futterversorgung sowie Betreuung der Tiere würden bis mittags die Mannschaft beschäftigen. Neben Maissilage, Grassilage und Zuckerrübenblättersilage gehörten Soja-, Raps- und Maisschrot zur Futterausstattung der Tiere.

Gespräche und kleinere Diskurse über die Philosophie der Tierhaltung als Stall- oder Weidehaltung erfolgten in freundschaftlicher Runde bei Kaffee und Gebäck. Dies entsprach der Intention auch der Mitglieder vom RhLV, welche Annemie Keulen verdeutlichte: „Wir wollen Einblicke in die Betriebe ermöglichen und auch Klarstellungen falscher Sichtweisen durch persönliche Gespräche bewirken.“

Weitere Betriebsbesichtigungen für Lehrer seien auch für den Beginn des neuen Schuljahres geplant, hieß es weiterhin vom RhLV.

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