Waldfeucht-Haaren - Jahreshauptübung: Säureunfall hält Wehr bei Rosen in Atem

Jahreshauptübung: Säureunfall hält Wehr bei Rosen in Atem

Von: agsb
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Bei der Erstversorgung der Verletzten geht es um Sekunden, da muss jeder Handgriff sitzen. Foto: agsb

Waldfeucht-Haaren. Sirenengeheul aus allen Richtungen war zu hören, und einige Haarener ahnten schon Schlimmes. Aber zum Glück absolvierte die Gemeindefeuerwehr nur ihre Jahresübung. Als Übungsort stellte die Firma Rosen ihr Werk 1 zur Verfügung.

„Große Firmen bergen auch in der technisch modernen Zeit Gefahren - und vor diesen muss die Feuerwehr gewappnet sein. Da ist es ganz wichtig, dass trainiert wird. Hier in der Gemeinde Waldfeucht ist eine engagierte Feuerwehr am Werke, die sehr gut ausgebildet ist. Ich denke, dass sie solche Gefahren wie sie hier gestellt werden, schnell in den Griff bekommen wird”, zeigte sich Kreisfeuerwehrbrandinspektor Karl-Heinz Prömper zuversichtlich.

Er erlebte dann auch wie Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen und viele Ratskollegen ein schnelles Anrücken der Wehren nach der Alarmierung.

Alle fünf Löschgruppen mit rund 80 Wehrleuten der Gemeindefeuerwehr waren im Einsatz. Im Kältemaschinenraum des Eiswerkes war laut fingierter Gefahrenlage ein Ventil gerissen, Ammoniak strömte aus. Die Monteure erlitten Verätzungen, zum Glück konnte einer vom ihnen den Alarmknopf betätigen.

Schnell ein Bild gemacht

Nach dem Eintreffen der Feuerwehr machte diese sich schnell ein Bild vom Geschehen, was gleich eine weitere Alarmierung, nämlich der GSG (Gefährliche Stoffe und Güter)-Einheit zur Folge hatte. Die Rettungsdienste werden gleichfalls bei solchen Einsätzen von der Leitstelle aus mit benachrichtigt.

Ein Gabelstaplerfahrer sollte im Eifer des Gefechtes abgelenkt gewesen sein und ein Fass mit weiterem gefährlichen Inhalt beschädigt haben. Diese auslaufende Flüssigkeit war brandfördernd und sehr gesundheitsschädlich. Das Fass wurde gesichert, der Kanalablauf abgedichtet. Auch die Untere Wasserbehörde wurde gleich verständigt.

Unter schwerem Atemschutz kämpften sich einige Wehrleute zum Kältemaschinenraum vor und bargen hier die sieben verletzten Monteure. Auf dem Innenhof versorgte der Malteser Rettungsdienst die Schwerstverletzten und leitete seinerseits die weiteren Maßnahmen mit dem Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser ein. Im Kältemaschinenraum geriet ein Atemschutzträger in Not und musste ebenfalls gerettet werden.

Nach gut einer Stunde gab es Entwarnung. Alle Personen waren gerettet und medizinisch erstversorgt, die weiteren Gefahren mit der Säure gebannt.

Alles im Griff

„Ich bin zufrieden mit dieser Übung, diese veranstalten wir ja, um die Zusammenarbeit zu festigen. Zum zweiten Male wurde das neue Funkkonzept des Kreises eingesetzt. Es hat hervorragend funktioniert”, so Gemeindebrandinspektor Heinz-Peter Mühren. Die Wehrleute und der Rettungsdienst hatten alles bestens im Griff. Bis auf wenige kleinere Kritikpunkte gab es nur lobende Worte für den gemeinsamen Einsatz.
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