Jäger der Lüfte werden bei ihm ganz zahm

Von: Karl-Heinz-Hamacher
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Die Kinder, die zu Erwin Jansens Vorführungen kommen, sind neugierig auf den Falken und stellen dem Falkner ohne Scheu viele Fragen, die dieser gerne beantwortet. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Noch namenlos ist der Falke, um den es hier geht - umso bekannter aber der Mann, der mit ihm arbeitet. Erwin Jansen ist seit 27 Jahren im Gangelter Wildpark und hier unter anderem für die Falknerei verantwortlich.

Die nahezu täglichen Freiflüge der Greifvögel sind eine besondere Attraktion in dieser Einrichtung, die zu den großen Publikumsmagneten in der Region „Der Selfkant” zählt. Insgesamt sind es rund 80 Greifvögel, die Erwin Jansen im Laufe der Jahre in das Programm rund um die Falknerei eingebunden hat.

„20 Prozent davon kommen aus eigener Zucht”, erzählt er. Die andern, wie jetzt der Falke, kommen von außerhalb. Mit vier Wochen kam der Jungfalke von einem befreundeten Falkner aus Norddeutschland. Mittlerweile ist er 14 Wochen alt, dreimal so groß, wie bei seiner Ankunft, und schon in dieser Woche soll er in das Flugprogramm integriert werden. Dazu ist abseits der Öffentlichkeitsarbeit eine intensive Beschäftigung mit dem Tier nötig.

Wenn der Vogel fliegt, ist das Federspiel die einzige, allerdings nicht feste Verbindung zum Falkner. Deshalb muss er daran gewöhnt werden. Da wird zum Beispiel Futter auf das Federspiel gebunden. Sollte der Falke später einmal mit Erwin Jansen auf die Fasanenjagd gehen, sind es eben Fasanenflügel mit denen die Verbindung hergestellt wird. Bei den Freiflügen im Wildpark beginnt der Falkner dann mit einer Vorführung, die garantiert die Gäste in ihren Bann zieht. Der Falke startet, steigt hoch und höher. Während dieser Zeit erläutert Jansen den Unterschied zwischen einem Flug in der Thermik und einem im Wind.

Rasanter Sturzflug

Dann ruft er den Falken mit lautem Organ und lässt das Federspiel kreisen. Plötzlich sieht man, wie der Vogel in der Höhe zu einem Punkt zusammenfällt, mit über 300 Kilometer pro Stunde vom Himmel stürzt und im nächsten Augenblick durch die Zuschauer auf das Federspiel zurast.

Mit perfektem Timing lässt Erwin Jansen den Vogel dann zwei-, dreimal ins Leere fliegen, bevor er seine Belohnung bekommt. Insgesamt sind es 13 Greifvögel verschiedener Arten, die in Gangelt zum Einsatz kommen. Der älteste mit 21 Jahren und sicher der Imposanteste ist Steinadler Sam. Die Tiere bieten ihre Show, Erwin Jansen die seine. Für die Kinder ist er der „Peter Lustig” vom Wildpark, für die Erwachsenen ein Entertainer, der ungezwungen auf sie zugeht und zu Fragen animiert.

„Die haben aber immer Sorge, sich zu blamieren”, lacht Jansen. „Die Kinder sind da ganz anders: neugierig und oft ohne Scheu.” Jansen wartet nur darauf, dass, wenn er den Vogel mit einem toten Küken füttert, ein lang gezogenes „igitt” die Runde macht. „Was der Vogel hier kriegt, esst ihr sechs Wochen später als halbes Hähnchen”, verblüfft er die Gäste. Oder er erzählt vom Fast-Food-Restaurant, wo es das tote Geflügel als Chicken-Burger gibt: „Allerdings geschreddert!”

Noch namenloser Falke

Einen Namen hat der neue Falke noch nicht. „Den bekommt er, wenn er das erste Mal fliegt”, erzählt Jansen und setzt dabei auf „männliche Intuition”. Wer dabei sein möchte, sollte im Laufe der Woche in der Falknerei vorbei schauen. Täglich außer freitags gibt es um 13 und um 15 Uhr die beliebten Vorstellungen.
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