Integrationspreis: Viel Lob für gelebte Verständigung

Von: mabie
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Der Tanz mit dem „Chinesischen Drachen“ – von den Schülern der Gangelter Mercator-Schule dargeboten – erfreute die Gäste bei der Feierstunde im Geilenkirchener Haus Basten. Fotos (3): Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald
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Sparkassendirektor Thomas Pennartz (l.) und der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende Philipp Schneider (r.) überreichten Integrationspreise an Rainer Mansel (2.v.l.) und Lars Speuser für die Süggerather Ortsvereine.
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Preisträger Rainer Mansel (l.) hatte ein paar seiner Schützlinge aus dem Fahrradprojekt mit zur Feierstunde gebracht, die sich für den Integrationspreis bedankten.

Kreis Heinsberg. Dankesworte können ganz einfach ausfallen, wie Rainer Mansel aus Gangelt im Bürgersaal von Haus Basten in Geilenkirchen bewies. Er war – wie die Süggerather Ortsvereine – von der Sparkassen-Stiftung für Völkerverständigung mit dem Preis „Integration 2015“ ausgezeichnet worden.

Zum Programmpunkt „Dankesworte der Preisträger“ holte ganz einfach ein paar seiner Schützlinge nach vorne. Sie sind in dem von Mansel angestoßenen und mittlerweile im Aktionskreis Asyl in Gangelt verankerten Projekt tätig, bei dem Mansel, die Schüler der Gangelter Mercator-Schule und Flüchtlinge im Fahrradkeller der Schule gespendete Räder fahrtüchtig machen – für Flüchtlinge.

Die Dankesworte in verschiedenen Sprachen wurden mit viel Applaus bedacht. Mansel berichtete von aktuell 137 gespendeten Rädern, da aber alle Flüchtlinge gerne mit dem Rad mobil sein wollen, werden immer noch Räder und auch Helfer gebraucht. Mit dem Preisgeld in Höhe von 2500 Euro könnten nun auch passende Werkzeuge gekauft werden, „dann brauche ich nicht immer meinen eigenen Koffer mitzunehmen“, schloss Mansel augenzwinkernd.

Aber auch die ernsteren Töne beherrschte er, denn er wünschte sich, dass die Willkommenskultur in Deutschland so bleibe, wie sie sei. „Lassen wir das viel zitierte ‚Aber‘ sein, wir schaffen das“, war er mit Blick auf die aktuell 174 Flüchtlinge in der Gemeinde Gangelt, deren Zahl sich wahrscheinlich noch erhöhen werde, sicher.

Lars Speuser als Ortsvorsteher von Süggerath führte aus, dass sich die Süggerather mit ihrem Projekt „Willkommen in Süggerath“ nicht der Willkommenskultur angeschlossen hätten, „denn wir sind Teil des Beginns der Willkommenskultur“. Die Flüchtlingsunterkunft für 70 Menschen sei über verschiedene Projekte integriert worden.

„Die Projektreihe war dabei nur der Anfang, es gelingt uns, dass wir miteinander leben, nicht nebeneinander her“, so Speuser. Was genau mit den 2500 Euro an Preisgeld geschieht, steht noch nicht fest. Klar sei aber, schloss Speuser, „sie haben eine Gemeinschaft aus Dorfbewohnern, Vereinen und Flüchtlingen ausgezeichnet, der das Geld auch wieder zugutekommt.“

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Sparkassendirektor Thomas Pennartz, sagte, ehrenamtliches Engagement sorge dafür, dass Zugewanderte und Einheimische näher zusammenkommen würden, durch das gemeinsame Engagement lernten sich beide Seiten zudem besser kennen. Genau dies hätten auch Rainer Mansel und die Süggerather Ortsvereine getan, lobte Pennartz. „So entstehen zum Teil auch Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen, Vorurteile schwinden, gegenseitiges Vertrauen wächst, und es entwickelt sich ein Gefühl von Gemeinschaft.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums, Philipp Schneider, zeigte sich überzeugt davon, dass vor allem durch die vielen Projekte auf bürgerlicher Ebene die Menschen auf verschiedenen Ebenen zueinander finden könnten. „Wir müssen Flüchtlinge willkommen heißen, ihnen so unbürokratisch wie möglich helfen, ihnen eine Perspektive in Deutschland zu geben.“ Beispiele gelebter Integration seien die beiden ausgezeichneten Projekte.

Passend zur Feierstunde war der musikalische Rahmen mit drei Beiträgen von Christoph Jansen am Flügel, der mit „Imagine“, „Follow You, Follow Me“ und dem kölschen Lied „Unsere Stammbaum“ die Themen Frieden, Gemeinschaft und eine Gesellschaft mit vielen Gesichtern aufgriff, und dem Tanz mit dem „Chinesischen Drachen“, den die Schüler der Mercator-Schule den begeisterten Gästen zeigten.

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