Kreis Heinsberg - Integrationskurs präsentiert Ergebnisse des Projekttages

Integrationskurs präsentiert Ergebnisse des Projekttages

Von: Anna Petra Thomas
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Bei einem Projekttag haben sich die Teilnehmer dieses Integrationskurses unterschiedlichen Themen genähert. Mit dabei waren auch Kursleitern Jörg Kremers (hinten, 6.v.l.) und Dr. Antonia Ermes (rechts). Foto: anna

Kreis Heinsberg. Wie Schulen ihre Projektwochen haben, so haben Jörg Kremers und Dr. Antonia Ermes jetzt erstmals zusammen mit einem Integrationskurs der Anton-Heinen-Volkshochschule im Heinsberger Kreishaus einen Projekttag veranstaltet. Der Kurs, der Ende April vergangenen Jahres startete, befindet sich im letzten Teil, der mit dem Titel „Leben in Deutschland“ überschrieben ist.

In drei Gruppen erstellten die 14 Teilnehmer, die aus zehn Ländern kommen, Collagen zu den Fragen „Was ist typisch für Deutschland und für mein Heimatland?“, „Was ist Integration für mich?“ und „Warum kommen Menschen nach Deutschland und was sind meine persönlichen Pläne für die nächsten fünf Jahre?“

Zunächst scheuten sich die Teilnehmer sehr, dem für sie großen Publikum mit VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns, den zuständigen Fachbereichsleitern Nailya Khaertdinova und Ingo Rümke sowie ihren beiden Kursleitern ihre Ergebnisse zu präsentieren. „Ich bin froh, dass Sie mit diesem Projekt einmal demonstrieren, welche Bedeutung diese Kurse haben“, ermunterte sie Dahlmanns.

Bedeutung für die Teilnehmer, aber auch für die VHS: Wer an die VHS denke, dem fielen als erstes oft Aerobic-Kurse oder Töpferseminare ein. „Aber es gibt viel wichtigere Dinge, die wir hier machen“, erklärte er. Aktuellen Statistiken zufolge hätten 59 Prozent aller Betriebe in Deutschland noch nie Mitarbeiter mit Migrationshintergrund beschäftigt, und bei 38 Prozent davon werde die Sprache als wichtigstes Hindernis genannt. „Also ist das, was Sie hier machen, ganz wichtig!“, betonte Dahlmanns.

Maryan Atashpoor aus dem Iran, Mylene Peters von den Philippinen, Mariola Ratowicz aus Polen und Firdevs Börek aus der Türkei, trugen ihre Ergebnisse Frage„Was ist typisch für Deutschland und für mein Heimatland? vor: In ihrer Heimat würden viele Menschen Wasserpfeife rauchen, sie würden Reis und Gemüse essen, berichtete Maryan Atashpoor über den Iran.

Deutschland verband sie mit Kartoffeln und Soße, mit Bier und Kaffee. „Wir essen drei Mal Reis am Tag“, erzählte Mylene Peters. „Pünktlich, diszipliniert und freundlich“, findet sie die Deutschen. Freundlich seien die Philippinos auch, sagte sie, „aber nicht pünktlich“. Vom tiefen Glauben der Menschen in ihrer Heimat berichtete Mariola Rowicz. Firdevs Börek hatte zusätzlich zur Gruppenarbeit eine Arbeit zur deutsch-türkischen Geschichte angefertigt.

Der Frage, was für sie Integration ist, hatten sich Sergio Rodriguez und Ivan Semenikhin aus Russland über den ersten Artikel des Grundgesetzes genähert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, lautet der erste Satz. „Und Integration geht über die Sprache“, erklärten sie übereinstimmend und meinten auch, dass für die Integration auch die Migranten kommen. Wünschen würden sie sich statt der Bundesrepublik Deutschland die „Bunte Republik Deutschland“.

Dass sie in Zukunft mit ihren Familien in Deutschland glücklich leben und hier Arbeit finden wollen, verdeutlichten schließlich Tippawan Goertz aus Thailand, Gita Haag aus Lettland und Larissa Beiz aus Kasachstan. Dass sie es mit ihrem Wunsch nach Integration und Eigenständigkeit ernst meinen, zeigten einige Kursteilnehmer dadurch, dass sie neben dem Integrationskurs, an dem sie vormittags teilnehmen, bereits berufstätig sind, so zum Beispiel Mariola Ratowicz, die in einem Altenheim und für einen ambulanten Pflegedienst arbeitet. Adrian Aldian aus Rumänien drückt gleichzeitig schon die Schulbank, um einen deutschen Schulabschluss zu machen.

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