„Integration Point“ soll schnell Hilfe bieten

Von: anna
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Das Jobcenter in Heinsberg an der Schafhausener Straße: Dort soll am kommenden Montag der „Integration Point“ eröffnet werden. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Das Jobcenter Kreis Heinsberg und die Agentur für Arbeit Aachen-Düren eröffnen am kommenden Montag, 14. Dezember, gemeinsam einen „Integration Point“ – zu Deutsch: Integrationspunkt – im Erdgeschoss des Jobcenters in der Kreisstadt Heinsberg an der Schafhausener Straße.

Helmut Nobis, Geschäftsführer des Jobcenters, informierte im Kreisausschuss für Gesundheit und Soziales über die Eckpunkte des neuen Projekts.

Gemeinsam tätig sein werden in der neuen Einrichtung vier Mitarbeiter, zwei aus dem Tätigkeitsbereich des Jobcenters (Sozialgesetzbuch II, Grundsicherung) und zwei aus der Agentur für Arbeit (Sozialgesetzbuch III, Arbeitsförderung). Ziel vom „Integration Point“ ist es, Flüchtlinge mit einer „hohen Bleibeperspektive“ frühzeitig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Unser Ansatz ist, diesen Menschen so schnell wie möglich Hilfe, Perspektiven und Ansprechpartner zu bieten“, so Nobis.

Derzeit könne er in seinem Arbeitsbereich noch keine Welle von Flüchtlingen erkennen, so Nobis weiter. Mit der ersten großen Welle anerkannter Flüchtlinge werde für das erste Halbjahr 2016 gerechnet. Er erwarte jedoch auch, dass viele Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung in Ballungsgebiete ziehen würden. „Wir können da keine Zahl sagen, aber man muss sich wappnen“, so Nobis.

Aufgabe der Mitarbeiter des Jobcenters in der neuen Einrichtung soll es sein, bestehende Netzwerke weiter auszubauen beziehungsweise neue aufzubauen mit dem Ziel der schnellen Integration von Flüchtlingen.

Dabei werden sie mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), mit der Ausländerbehörde, mit Sozial- und Jugendämtern, mit Schulen, mit dem kommunalen Integrationszentrum und den Integrationsbeauftragten, mit dem Gesundheitsamt, mit Ehrenamtlern in der Flüchtlingsarbeit, mit Vereinen und weiteren Netzwerkpartnern kooperieren.

Im „Integration Point“ sollen die Flüchtlinge gebündelte Informationen erhalten zu Integrations- und Sprachkursen, zum Verfahren der Berufsanerkennung, aber auch zu weiteren Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, bei den genannten Netzwerk-Partnern oder zum Beispiel auch in Kleiderkammern oder bei Anbietern gebrauchter Möbel. Weiterhin sollen für die Kunden des „Integration Point“ Informationsmaterialien in unterschiedlichen Sprachen beschafft oder auch noch erstellt werden.

Die Mitarbeiter aus der Bundesagentur für Arbeit werden diejenigen Flüchtlinge direkt ansprechen, die bereits eine Aufenthaltsgestattung besitzen und bei denen ein dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist, etwa bei Flüchtlingen aus Syrien, aus dem Iran und aus dem Irak sowie aus Eritrea. Ratsuchende ohne Bleibeperspektive würden zwar auch eine Erstberatung erhalten, allerdings nicht dauerhaft in das Projekt aufgenommen, so ­Nobis.

Im „Integration Point“ sollen dann zunächst die Potenziale der Kunden analysiert werden, die in vielen Fällen gar nicht durch Papiere nachweisbar sind. Daraufhin soll diesen Menschen sehr schnell ein Zugang zu Integrations- und Sprachkursen ermöglicht werden, um so die Basis zu schaffen für eine frühe Integration in den Arbeitsmarkt, eventuell auch durch sogenannte Anpassungsqualifizierungen. Sie sollen bei Bewerbungen ebenso Unterstützung erfahren wie – gemeinsam mit Partnern im Netzwerk – bei der Orientierung in dem für sie neuen gesellschaftlichen Umfeld.

Junge Flüchtlinge sollen eine ganzheitliche Betreuung erfahren mit Blick auf Schulbildung, Ausbildung oder Studium in Deutschland.

Die Flüchtlinge sollen so lange von den Fachkräften im Rahmen vom „Integration Point“ betreut werden, bis alle durch die Flucht bedingten ­Hindernisse für eine Integration in den Arbeitsmarkt beseitigt sind.

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