Kreis Heinsberg - Insolvenzberatungsstelle: Kein Mangel an Arbeit

Insolvenzberatungsstelle: Kein Mangel an Arbeit

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Im Laufe der zehn Jahre ihres Bestehens hat sich für die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle im Kreis Heinsberg die Zahl der Beratungsfälle verdreifacht und die Zahl der Neuaufnahmen verdoppelt.

Wie Leiter Wolfgang Meier bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Hückelhoven berichtete, haben im vergangenen Jahr 881 Personen erstmals die Beratungsstelle aufgesucht.

Die Zahl der Neuaufnahmen lag im Jahr zuvor bei 838 und im Jahr 1999 noch bei 426. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1489 Personen beziehungsweise Haushalte beraten. Die Zahl der Beratungsfälle belief sich im Jahr zuvor auf 1410 und im Jahr 1999 noch auf 478.

Von den 1489 Fällen sei es in 725 um Schuldnerberatung und in 764 um Insolvenzberatung gegangen. Das Instrument der Verbraucherinsolvenz bewertete Meier - auch wenn das Verfahren vereinfacht werden könnte - als positiv, biete sie doch Vollstreckungsschutz und nach einer sechsjährigen Wohlverhaltensphase die Perspektive der Restschuldbefreiung.

Doch vor einer Antragstellung gibt es insbesondere einen außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern, bei dem die Beratungsstelle mit Rat und Tat zur Seite steht. 329 Insolvenzanträge wurden im Jahr 2008 gestellt - ebenfalls ein neuer Höchstwert.

Laut Meier ist immer wieder festzustellen, dass verschuldete Personen zunächst einmal versuchen, sich selbst aus der Schuldenfalle zu befreien. Diese Versuche seien aber oftmals ziellos und impulsgesteuert - und scheiterten meist.

So gelte weiter der Ratschlag, sich frühzeitig an die Beratungsstelle zu wenden, die sich erfolgreich darum bemüht, nach der telefonischen Kontaktaufnahme spätestens binnen vier Wochen den ersten Beratungstermin zu ermöglichen. „Ein dauerhaft überzogenes Girokonto ist ein Alarmsignal”, erklärte Beraterin Angelika Kusch-Fischer. Wenn Schulden mit Schulden bezahlt würden, spätestens dann sei es an der Zeit, fachkundigen Rat einzuholen.

Waren anfangs vielfach die klassischen Schuldner zu beraten, die sich bei einer Bank verschuldet hätten, so seien die Fälle im Laufe der Jahre meist komplizierter geworden. Stichworte wie Schrottimmobilie, schlechte Finanzierung und betrügerische Komponente prägen nur beispielhaft ein Fallspektrum. Aber auch die Bereitschaft der Ratsuchenden, Vorschläge zu akzeptieren und umsetzen, sei nicht mehr immer ganz so stark ausgeprägt wie früher.

Mangel an Arbeit zeichnet sich für die Beratungsstelle nicht ab - im Gegenteil. Wie in ihrem Bericht nachzulesen ist, befürchtet die Creditreform als führendes Institut der Wirtschaftsauskunft, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer neuen Überschuldungswelle kommen wird; basierend auf einem Wiederanstieg der Arbeitslosenzahlen.

Die Schuldner- und Insolvenzberatung - eine Einrichtung vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Heinsberg - ist in Hückelhoven an der Haagstraße 10 zu finden. Gesprächstermine sind nach Vereinbarung möglich: 02433/90560.
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