Inklusion soll Schritt für Schritt ausgebaut werden

Von: Anna Petra Thomas
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Die Klingel ist auch für Rollstuhlfahrer erreichbar: Kreisvertrauensapotheker Heinz Nießen (sitzend) verdeutlicht Dr. Karl-Heinz Feldhoff und Inge Döring, wie er Barrieren in seiner Apotheke reduziert hat. Foto: anna

Kreis Heinsberg. Wer den Begriff Inklusion hört, denkt dabei zunächst an Schulen, denn hier ist dieses Thema seit Jahren aktuell. Damit es auch im Gesundheitswesen Beachtung findet, hat die Gesundheitskonferenz im Kreis Heinsberg „Handlungsempfehlungen zur Unterstützung der Inklusion im Gesundheitswesen im Kreis Heinsberg“ erarbeitet.

Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, wird diese in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am Montag vorstellen. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr.

Im Juni 2014 hatte die Gesundheitskonferenz im Kreis Heinsberg die Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung der Konferenz beauftragt, diese Handlungsempfehlungen für den Kreis Heinsberg vorzubereiten. Nach Erörterung in der 40. Gesundheitskonferenz im November 2014 liegen diese nun ausgearbeitet vor.

In der Präambel beziehen sich die Handlungsempfehlungen ausdrücklich auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2009. In NRW werde 2015 zudem das Inklusionsstärkungsgesetz in Kraft treten, das zum Ziel habe, die volle und gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderung und die Beseitigung von Barrieren herzustellen, die sie daran hindern.

Das zwölf Seiten starke Papier beleuchtet die aktuelle Situation, etwa die Einrichtungen des Gesundheitswesens, wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken oder deren Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus listet es alle Akteure im Gesundheitswesen des Kreises Heinsberg auf.

Es folgen die Generalziele und daraus abgeleitet spezifische Ziele. Als Generalziele sieht die Handlungsempfehlung vor, die Inklusion im Kreis Heinsberg schrittweise auszubauen. Es sollen die Möglichkeiten des gesellschaftlichen und sozialen Engagements für Menschen mit und ohne Behinderung im Kreis aktiviert und ausgebaut sowie die soziale und gesundheitliche Versorgung für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen gesichert werden.

Daraus abgeleitete Ziele und vorgeschlagene Aktivitäten sind zum Beispiel Schulungen für die Mitarbeiter in Gesundheitseinrichtungen, die verstärkte Verwendung der leichten Sprache oder die Prüfung von Neubaumaßnahmen auf Barrierefreiheit und Beschilderung. „Die Träger des öffentlichen Personennahverkehrs erweitern in Zusammenarbeit mit den Verkehrslastträgern ihre Angebotsstrukturen um weitestgehende Behindertengerechtigkeit im Sinne des Aktionsplanes der Landesregierung“, heißt es weiter. Umgesetzt werden soll dieses Ziel zum Beispiel durch eine Überprüfung des Automatensystems auf barrierefreie Bedienbarkeit oder die Überprüfung von Haltestellen an Altenheimen, Krankenhäusern und Gesundheitszentren.

Verbessert werden sollen nicht zuletzt auch die Versorgungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz während stationärer Krankenhausaufenthalte. Je nach Art der in der Empfehlung vorgesehenen Maßnahme sieht die Konferenz eine Möglichkeit der Umsetzung in einem Zeitraum zwischen zwei und zehn Jahren. Die Handlungsempfehlung ist auf der Internetseite des Kreises Heinsberg zu finden.

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