Inklusion: GEW sieht Handlungsbedarf

Von: hewi
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Bei der Mitgliederversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Hotel am Park in ­Hückelhoven wurden Jubilare geehrt. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Der Heinsberger Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beobachtet den Wandel in der Schullandschaft mit gemischten Gefühlen. Bei der Mitgliederversammlung im Hückelhovener Hotel am Park wurde das Thema diskutiert und durchaus kritisch beleuchtet. Vor allem beim Thema Inklusion sehen die Pädagogen Handlungs- und auch Fortbildungsbedarf.

„Die Schullandschaft ändert sich in einem nie dagewesenen Tempo“, betonte die Vorsitzende Marlene Klotz und verwies auf Schulschließungen und Zusammenlegungen wie in Erkelenz. Dort sei mit der beschlossenen Fusion der Hauptschule und der Förderschule eine Situation geschaffen worden, die dem Gedanken der Inklusion nicht gerecht werde. Gerade bei den Förderschulen sei ein kreisweit gemeinsames Vorgehen wünschenswert gewesen.

Mit der Schaffung der neuen Schwerpunktschule zum nächsten Schuljahr habe Erkelenz aber auch ein eindeutiges Statement gegen eine Gesamtschule abgegeben. „Erkelenz hat scheinbar keine Gesamtschule nötig“, sagte sie. Und eine funktionierende Förderschule werde „ohne Not geschlossen“. Darüber hinaus habe die neue Schwerpunktschule nun das Problem, das ihr Profil Eltern und Schülern nur schwer zu vermitteln sei. Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne speziellen Förderbedarf, dürfe nicht allein bei den Hauptschulen umgesetzt werden. Die Schaffung einer neuen Gesamtschule in Oberbruch könne man auch unter diesem Gesichtspunkt nur begrüßen.

Die Pädagogen sahen auch ein Problem in der Anzahl der Sonderpädagogen, die dringend benötigt würden, um Inklusion auch umzusetzen. Die Regelschullehrer müssten darüber hinaus auch im Bereich der Inklusion fortgebildet und geschult werden, lautete der Tenor.

Auch Neuwahlen standen auf der Tagesordnung. Die Wahlen brachten aber nichts Neues, denn der gesamte Vorstand um die beiden Vorsitzenden Marlene Klotz und Klaus Lange wurde in seinen Funktionen bestätigt. Einzig Johann Schröders legte das Amt des Kassenwartes nieder, als Nachfolger wurde einstimmig Klaus Zweschper bestimmt. Schröders wird den Finanzen aber erst einmal als Kassenprüfer verbunden bleiben.

Viele Mitglieder standen diesmal auf der Liste der zu Ehrenden. Spitzenreiter ist Hans-Günther Köhnen, der 1954 der Gewerkschaft beigetreten war und folglich für seine 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Insgesamt hat die GEW im Kreis 412 Mitglieder. Die Fortbildungen und Seminarangebote stehen aber auch für Nichtmitglieder zur Verfügung, betonte Klotz.

An den Schulen sei in den Kollegien oftmals nicht bekannt, wie vielseitig das Seminarangebot sei. Oft mals würden die interessierten Kollegen auch nicht freigestellt, weil die Seminarinhalte nicht ins Schulkonzept passen würden, erläuterte Klotz. Nun strebt die GEW an, dass in den Schulen Vertrauensleute als Anlaufstellen für die Kollegen eingesetzt werden sollen.

Gemütlich und humorvoll ließ die GEW das Treffen ausklingen, wozu der Aachener Kabarettist Manfred Savelsberg alias „Huusmeäster Manni“ mit seinen spitzen Kommentaren zum aktuellen Stand der Dinge beitrug.

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