Initiative für Gesundheitsförderung: „Noch Luft nach oben“

Von: disch
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Ansprechpartnerin in der Initiative „Gesunde Unternehmens­kultur im Kreis Heinsberg“: Elisabeth Küppers.
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Ansprechpartnerin in der Initiative „Gesunde Unternehmens­kultur im Kreis Heinsberg“: Dr. Cornelia Groschopp.

Kreis Heinsberg. „Werd mir bloß nicht krank! – Vorbeugen ist besser als Heilen“ lautet der Titel einer Veranstaltung zur Bedeutung von Prävention und Gesundheitsförderung für Unternehmen. Am 8. März findet eine Informationsveranstaltung im Hückelhovener GSZH statt.

Damit wollen die Initiative „Gesunde Unternehmenskultur im Kreis Heinsberg“ und die Deutsche Rentenversicherung Rheinland Arbeitgebern und Personalverantwortlichen konkrete Möglichkeiten zur Prävention und Gesundheitsförderung in kleinen und mittelständischen Unternehmen vorstellen. Dr. Cornelia Groschopp und Elisabeth Küppers, Ansprechpartnerinnen in dieser Kreis Heinsberger Initiative, beantworteten im Vorfeld der Veranstaltung Fragen.

Der Kreis Heinsberg, die Kreissparkasse Heinsberg und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg haben gemeinsam die Initiative „Gesunde Unternehmenskultur im Kreis Heinsberg“ ins Leben gerufen. Welche grundsätzlichen Ziele werden mit ihr verfolgt?

Groschopp: Wir möchten die Aufmerksamkeit von Unternehmern auf das Thema Gesundheit in Zusammenhang mit der Arbeit lenken. Im Alltag ist zwar jedem klar, dass nur gesunde Menschen engagiert und erfolgreich arbeiten können, aber mir scheint, dass viele noch nicht das Potenzial erkannt haben, darauf auch am Arbeitsplatz Einfluss zu nehmen.

Sie haben angesichts der Wirtschaftsstruktur im Kreis Heinsberg natürlich vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Blick. Warum ist es eben nicht nur für die großen Firmen von Bedeutung, sich verstärkt mit dem Thema Gesundheit zu befassen?

Groschopp: Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es enorm wichtig, verlässliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besonders Fachkräfte auch zu behalten oder neu zu gewinnen. Und je kleiner der Betrieb, umso stärker schlagen krankheitsbedingte Fehlzeiten zu Buche. Außerdem gibt es dort viele Handwerkerberufe, die mit besonderen vor allem – aber nicht nur – körperlichen Belastungen verbunden sind. Die auszugleichen, um zum Beispiel vorzeitigem Verschleiß zu vermeiden, kann ein wichtiger Ansatz für betriebliche Gesundheitsförderung sein.

Wie ist es denn nach Ihrer Einschätzung aktuell um die gesunden Unternehmenskulturen im Kreisgebiet bestellt. Wie groß ist der Nachholbedarf?

Groschopp: Wir wissen, dass sich viele große Unternehmen schon mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement auseinandergesetzt haben. Sie haben dafür eigene Leute oder haben sich entsprechende Partner mit ins Boot geholt, um für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passende Programme zu entwickeln. Für kleinere Betriebe ist das finanziell und organisatorisch viel schwieriger. Hier kann es hilfreich sein, die Idee unserer Initiative aufzugreifen und sich mit anderen Unternehmen zu vernetzen, um zum Beispiel bestimmte Angebote gemeinsam zu nutzen. Beim Arbeitsschutz ist in den letzten Jahren, Jahrzehnten sehr viel passiert. Bei der Gesundheitsförderung ist das ganz unterschiedlich, allerdings dürfte bei vielen noch Luft nach oben sein.

Als Ansprechpartnerinnen der Initiative für Unternehmen aus dem Kreis Heinsberg wollen Sie beide ­interessierten Unternehmen eine erste Beratung anbieten, fachliche und organisatorische Starhilfe leisten und auf Wunsch weitere Partner vermitteln, so ist Ihrer Internetseite zu entnehmen. Auch wenn eine solche pauschale Betrachtung vielleicht schwierig sein mag: Was sind denn aus dem Bereich des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung denkbare konkrete Maßnahmen, die auch kleine Unternehmen ins Auge fassen könnten, ohne die Furcht haben zu müssen, sich damit gleich zu überfordern?

Küppers: Hier sind verschiedene Möglichkeiten denkbar. In kleinen und mittleren Unternehmen sind die Hierarchien wesentlich flacher und die Kommunikationswege viel kürzer. Zum Beispiel kann der Inhaber die Frage „Wie können wir die Arbeit sicherer gestalten und mögliche Gefahrenquellen beseitigen?“ direkt mit den Mitarbeitern besprechen und gemeinsam Ideen sammeln und umsetzen. Dies ist zeitlich und organisatorisch in der Regel überschaubar, schärft den Blick für das Thema Arbeitsschutz, beteiligt alle, die im Betrieb arbeiten, und nimmt alle in die Verantwortung. In Bezug auf Maßnahmen der Gesundheitsförderung ist weniger mehr. Lieber mit nur einem passgenauen Angebot starten und mit den Mitarbeitern darüber im Gespräch bleiben, wie sie das finden und wie hilfreich es ist. Und dann basierend auf den Rückmeldungen das weitere Vorgehen planen. Welche Maßnahmen infrage kommen ist hier - sicherlich abhängig von Branche und Größe des Betriebs - sehr unterschiedlich. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass es gegebenenfalls eine Gewöhnungszeit braucht, weil es auch ungewohnt oder befremdlich sein kann, das Thema Gesundheit in den betrieblichen Kontext zu holen.

Mit der Gründung der Initiative war ja auch auf sogenannte weiche Faktoren hingewiesen, die für eine gesunde Unternehmenskultur wichtig seien. Was ist darunter zu verstehen?

Küppers: Hier kommt die innere Haltung, mit der Menschen mit­einander umgehen, ins Spiel. Ist diese geprägt von ehrlichem Respekt, Wertschätzung und Vertrauen füreinander oder eher von Vorsicht, Kontrolle oder Druck? Dies wirkt sich natürlich auf das Arbeitsklima aus und ist maßgeblich dafür, wie wohl sich jemand an seinem Arbeitsplatz fühlt. Eine gesunde Unternehmenskultur ist gekennzeichnet durch ein Klima, das die im Unternehmen arbeitenden Menschen und deren Leistungsfähigkeit und Engagement stärkt. Wesentliche Faktoren sind in diesem Zusammenhang auch Anerkennung, Verständnis und Transparenz. Hier wird sofort deutlich, dass die Unternehmensleitung und die Führungskräfte diesbezüglich eine wichtige Vorbildfunktion haben.

Nach der offiziellen Auftaktveranstaltung der Initiative mit Dr. Manfred Lütz im September vergangenen Jahres in der Kreissparkassen-Hauptstelle in Erkelenz steht nun am 8. März im Gründer- und Service-Zentrum Hückelhoven die nächste Veranstaltung an: „Werd mir bloß nicht krank! - Vorbeugen ist besser als Heilen“ lautet der Titel. Worum wird es an diesem Abend gehen? Weshalb könnte ein Besuch dieser Veranstaltung für Inhaber von Unternehmen oder Personalverantwortliche von Interesse sein?

Küppers: An diesem Abend geht es um die Bedeutung von Gesundheitsprävention und wie diese möglichst leicht in die Steuerung eines Betriebes integriert werden kann. Es wird vier interessante Kurzvorträge geben, die einige konkrete Möglichkeiten beschreiben. Im Anschluss stehen die Referenten für Fragen und Antworten zur Verfügung, bevor es bei einem Imbiss die Gelegenheit zum Netzwerken gibt. Für Inhaber von Unternehmen und Personalverantwortliche ist sicherlich von besonderem Interesse zu hören, dass es Präventionsangebote gibt, die weitgehend kostenneutral sind und auch wer diese Präventionsprogramme anbietet. Da einige Anbieter vor Ort sind, kann bei Bedarf direkt der Kontakt hergestellt werden.

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