In zehn Jahren könnte es klappen, hofft Sascha Mattern

Von: Rainer Herwartz
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Würde er drei Prozent der gültigen Wählerstimmen erreichen, wäre das für Sascha Mattern (FW) „schon klasse“. Foto: Gerhards

Heinsberg. Er ist streitbar und versteht es durchaus, im Heinsberger Stadtrat die eine oder andere ironische Spitze zu platzieren. Jetzt allerdings scheint er zu Höherem zu streben. Sascha Mattern von den Freien Wählern kandidiert für den Bundestag. Ist auch das am Ende eine provokative Spitze?

„Die Aussicht, in den Bundestag zu kommen, da machen wir uns mal nichts vor, die ist gleich Null“, gibt Mattern unumwunden zu. „Aber Demokratie ist, wenn man sich trotzdem aufstellt. Wenn es danach ginge, wer hier im Kreis gewählt wird, brauchten sie nur den CDU-Kandidaten aufzustellen, aber dann hätte der Wähler ja keine Alternative mehr.“

Jeden Tag investiere er daher rund zwei Stunden in seinen Wahlkampf und besuche auch noch am Wochenende etliche Veranstaltungen, um die Werbetrommel in eigener Sache zu rühren. „Die Leute sehen - auch hier auf der kommunalen Ebene - ich rede nicht nur, sondern packe auch mit an.“

Die Ziele der Freien Wähler auf Bundesebene beschreibt er so: „Uns geht es vor allem darum, und da stehe ich voll hinter, wieder mehr Geld und Verantwortung in die Kommunen zu bringen. Wir gehen davon aus, dass die Menschen hier vor Ort besser wissen, was gut für sie ist.“

Zum Beispiel bei der Integration von Flüchtlingen sollte laut Mattern Geld von der Bundesebene auf die lokale verlagert werden, da die Integration letztlich hier stattfinde. „Von dem Plus an Geld, das wir haben auf Bundesebene, sollte zudem mehr Geld in die öffentliche Sicherheit fließen.“

Auch was den Kreis Heinsberg angeht, hat Mattern konkrete Verbesserungsvorschläge: „Wir haben im gesamten Kreis zu wenig günstigen Wohnraum. Das bekommt man nicht mit einer Mietbremse hin. Wir brauchen eine Wohnungsbaugesellschaft, die günstigen Wohnraum schafft.“

Doch was helfen all diese Überlegungen, wenn der Sprung ins Berliner Parlament letztlich nicht gelingt? „Die Freien Wähler haben sich immer ganz langsam aufgebaut. Das, was wir jetzt erarbeiten, wird langfristig auf uns zurückkommen, so dass wir vielleicht in zehn Jahren die Fünf-Prozent-Hürde packen“, ist der 47-Jährige hoffnungsfroh. „Bei Wohlfühl-Wahlen wie jetzt, bei der alle sagen, dass es uns ja gar nicht so schlecht geht, haben Parteien wie wir es immer schwer.“

Einen Tipp für die Wähler hat Mattern dennoch parat: „Wenn die Leute clever sind, dann wäre es sinnvoll, die Erststimme nicht an die CDU oder SPD zu geben, weil diese Herren sowieso über die Liste in den Bundestag kommen, sondern eine dritte Person für den Kreis zu wählen, die sich unabhängig von einem Fraktionszwang wirklich um die Belange der Bürger kümmert.“

Dessen ungeachtet, hat sich der Freie Wähler aber ein ganz persönliches Ziel gesetzt, damit es für ihn eine „Wohlfühl-Wahl“ wird: „Drei Prozent wären schon klasse, aber es ist natürlich ein hoch gestecktes Ziel.“

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