In vielen Familien spielt Sucht eine Rolle

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
12234506.jpg
Bei der Unterzeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung: Landrat Stephan Pusch und Caritas-Geschäftsführer Gottfried Küppers (sitzend, von links) mit den führenden Köpfen der Ämter. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Folgt man den aktuellen Zahlen der Suchtforschung, dann leben derzeit 18 Prozent der Kinder in Deutschland, insgesamt 2,69 Millionen, zeitweise bei einem Elternteil, der mit einer Suchtstörung belastet ist.

Übertragen auf den Kreis Heinsberg heißt das: Hier leben rund 5000 Kinder im Alter über drei Jahren in einer Familie, in der Sucht eine Rolle spielt. Bei den Dreijährigen sind es immer noch rund 900. Insgesamt sind im Kreis Heinsberg also 5900 Kinder betroffen. Betroffen zeigten sich da auch die Teilnehmer bei der Präsentation der neuen Kooperationsvereinbarung zwischen der Suchthilfe und der Jugendhilfe im Kreis Heinsberg im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses, als Landrat Stephan Pusch diese Zahl in seiner Einführung nannte. „Diese Zahl ist beeindruckend und erschreckend zugleich“, sagte er. Die neue Vereinbarung soll die Zusammenarbeit regeln zwischen der Suchthilfe, vertreten durch die Beratungsstelle für Suchtfragen des regionalen Caritasverbandes und des Diakonischen Werkes sowie die Suchtberatungsstelle des Kreisgesundheitsamtes, auf der einen Seite und den fünf Jugendämtern auf der anderen Seite; diese sind das Kreisjugendamt sowie die Jugendämter der Städte Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg und ­Hückelhoven.

Man habe im Kreis Heinsberg bereits eine lange Erfahrung bei der Vernetzung von Akteuren in verschiedenen Institutionen, führte Pusch weiter aus. Die neue Kooperationsvereinbarung solle nun künftig dabei helfen, zum Wohl und Schutz der Kinder noch besser zusammenzuarbeiten.

„Hiermit wird ein weiterer, wichtiger Baustein für den Kinderschutz installiert“, betonte Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger für die beteiligten Jugendämter. Bisher sei es vorgekommen, dass Suchthilfe und Jugendhilfe parallel in einer Familie tätig gewesen seien und der eine nichts vom anderen gewusst habe, erklärte Gottfried Küppers, Geschäftsführer des Caritasverbandes. Die Vereinbarung helfe dabei, Bedarf frühzeitig zu erkennen und vorhandene Angebote zu vernetzen. Vorrangiges Ziel sei es dabei immer, den Eltern mit Suchterkrankung und deren Kindern ein gemeinsames Leben zu ermöglichen.

Die Arbeitsgruppe, welche die neue Vereinbarung vorbereitet habe, sei vor dreieinhalb Jahren erstmals zusammengekommen, berichtete Ursula Triebel von der Suchtberatungsstelle des Kreisgesundheitsamtes. Man habe keine bestehende Vereinbarung übernommen, sondern eine neue geschaffen, nach einer durchaus kontrovers geführten Diskussion. Schon jetzt merke sie in ihrer Arbeit die Vorteile, sagte sie, „weil man sich schon kennt.“

Wesentliche Bausteine der Vereinbarung sind auf der Ebene des Austauschs der beteiligten Institutionen das Kooperationsgremium, das sich halbjährlich trifft, und auf der Ebene der konkreten Arbeit in einer Familie die Beteiligtenkonferenz. Da kommen – ebenfalls ein- bis zweimal im Jahr – alle an dem Einzelfall beteiligten Fachkräfte mit den betroffenen Eltern zusammen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert