Kreis Heinsberg - In Kindertagesstätten fehlen auch Ü3-Plätze

In Kindertagesstätten fehlen auch Ü3-Plätze

Von: anna
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Kreis Heinsberg. Wie landesweit fehlen derzeit auch im Kreis Heinsberg nicht nur Plätze in Kindertagesstätten für Kinder im Alter unter drei Jahren (U3), sondern auch für ältere Kinder (Ü3). Die aktuelle Überbelegung mit Ü3-Kindern in den Kitas im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes bezifferte Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger auf 133.

Der Ü3-Bedarf dürfte sich aufgrund der Flüchtlingssituation weiter erhöhen, so Oehlschläger im Jugendhilfeausschuss. Wegen des Wegfalls von Betreuungsgeld dürfte seiner Meinung nach zudem die Nachfrage nach U3-Plätzen ebenfalls weiter steigen.

Eine Umwandlung von Ü3-Plätzen in U3-Plätze, wie in den vergangenen Jahren praktiziert, sei aktuell nicht mehr möglich. Die Schaffung von Ü3-Platzen, die jetzt benötigt würden, sei jedoch in der Vergangenheit weder vom Bund noch vom Land gefördert worden. Eine Besprechung im NRW-Familienministerium habe jedoch die Information erbracht, dass im politischen Raum derzeit die Überlegung bestehe, ein Ü3-Programm aufzulegen.

Auch die kommunalen Spitzenverbände hätten vom Land ein Förderprogramm eingefordert. Finanziert werden solle dieses Programm aus dem weggefallenen Betreuungsgeld. Eine Entscheidung soll noch im Rahmen der Haushaltsberatungen vor dem Jahreswechsel fallen, wusste Oehlschläger zu berichten.

Eine weitere Möglichkeit zur Schaffung neuer Ü3-Plätze sowie für die Sanierung von Kindertagesstätten sieht die Verwaltung im neuen Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Bund habe in diesem Rahmen 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Auf NRW entfallen rund 1,1 Milliarden Euro, auf den Kreis Heinsberg knapp 5,3 Millionen Euro.

Oehlschläger riet daher an, die mit Beschluss des Ausschusses bereits im März zur Verfügung gestellten Kreismittel für den Ü3-Ausbau in Höhe von knapp 390.000 Euro „ruhend zu stellen“. „Für die mit Kreismitteln angedachten Projekte sollten Anträge nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz vorbereitet werden“, so der Kreisjugendamtsleiter. Eine Antragstellung könne jedoch erst nach Entscheidung des Kreistages über die Verwendung der Investitionsförderungsmittel erfolgen.

Auch wenn durch diese Neuorientierung in der Finanzierung rund ein halbes Jahr verloren geht, votierte der Ausschuss einstimmig, die Anträge nach diesem Gesetz vorzubereiten.

Weiter beauftragte der Ausschuss das Kreisjugendamt einstimmig, die Voraussetzungen für sogenannte Großtagespflegestellen zu schaffen, in denen durch zwei Erzieherinnen bis zu neun Kinder betreut werden können. Planen soll die Verwaltung darüber hinaus den Bau einer Holzhütte für den Waldkindergarten in Wegberg-Rickelrath und eines Motorik-Raums in der Kindertagesstätte in Wegberg-Harbeck.

Weitere Gespräche sollen geführt werden in Bezug auf die Kindertagesstätte in Selfkant-Süsterseel. Zu klären ist dabei die Frage, ob diese Einrichtung saniert und umgebaut wird oder einem Neubau weichen soll.

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