Kreis Heinsberg - Immobilien im Kreis Heinsberg werden immer wertvoller

Immobilien im Kreis Heinsberg werden immer wertvoller

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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Auch bei älteren Gebäude führt die Preisspirale nach oben, wenn sie modernisierbar sind.
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Der Trend zum Neubau ist ungebrochen. Das zeigt sich beispielhaft im Neubaugebiet Ruraue in Heinsberg-Oberbruch. Die günstigen Zinssätze für Baudarlehen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Foto: Rainer Herwartz
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Herbert Zaunbrecher (links) und sein Chef Boris Giesen setzen sich intensiv mit der Preisentwicklung von Immobilien im Kreis auseinander.

Kreis Heinsberg. „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“, lautet ein geflügelter Satz. Er könnte sich jetzt erneut bewahrheiten im Hinblick auf ein Zahlenkonstrukt eines Marktforschungsinstituts, das im Zusammenhang mit einer bekannten Bausparkasse eine Pressemitteilung veröffentlicht hat. Darin wird behauptet, die Immobilienpreise in Heinsberg hätten sich innerhalb des letzten Jahres unterschiedlich entwickelt.

„Während die Preise für neu gebaute Eigentumswohnungen gestiegen sind, waren sie bei gebrauchten Einfamilienhäusern rückläufig.“ Die Bandbreite reiche dabei von minus 5,6 Prozent bei gebrauchten Einfamilienhäusern bis plus 16,7 Prozent bei Baugrundstücken. Als Quelle wird der aktuelle Preisspiegel „LBS Markt für Immobilien 2017“ genannt. Boris Giesen, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Heinsberg, kann diese Entwicklung allerdings nicht bestätigen. Im Gegenteil.

Einrichtung des Landes

Der Gutachterausschuss ist eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen und wird als selbstständiges, unabhängiges, nicht an Weisungen gebundenes Kollegialgremium tätig,“ erläutert Giesen, der auch Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes des Kreises ist. Die Mitglieder des Ausschusses – derzeit sind es 16 – werden durch die Bezirksregierung berufen. Es sind unterschiedliche Experten aus den Bereichen Architektur, Bau- und Immobilienwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie Vermessungswesen.

„Der Ausschuss bedient sich einer Geschäftsstelle, die beim Katasteramt angesiedelt ist. Wir sind gesetzlich verpflichtet, eine Kaufpreissammlung zu führen. Wir erhalten 3500 bis 4000 Abschriften von Notarverträgen mit allen Grundstücksverkäufen im Kreis Heinsberg, ob bebaut oder unbebaut. Das ermöglicht uns, Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu schaffen.“ Selbstverständlich würden die Daten aus den Kaufverträgen anonymisiert erfasst, sagt Giesen.

„Bei bebauten Grundstücken schicken wir noch Fragebögen an die Erwerber, um an Daten zu kommen, die nicht aus dem Vertrag ersichtlich sind.“ Hierzu zählten zum Beispiel oft das Baujahr einer Immobilie, die Wohnfläche, Ausstattung oder durchgeführte Modernisierungen. „Auf dieser Basis können wir die erforderlichen Daten zur Wertermittlung und folglich zur Abbildung des Grundstücksmarktes ermitteln.“

Und welches Bild ergibt sich daraus? „Ich würde sagen, dass seit Jahren die erzielten Verkaufspreise steigen. Das gilt sowohl für die Bestandsimmobilien als auch für Neubauten“, sagt Giesen. Den Grund hierfür kennt der Gutachterausschuss-Vorsitzende ebenfalls: „Wir haben im Kreis Heinsberg eine zentrale Lage zu den umliegenden Ballungsräumen, die sich darauf auswirkt. Der Preisdruck in den Städten verlagert sich in die Randgebiete.“

Ob dies auch für schon betagtere Immobilien gilt? „Selbst solche, die 30 oder gar 50 Jahre alt sind, aber die Möglichkeit zur Modernisierung bieten, erzielen noch gute Preise. Die Entwicklung bricht da ab, wo wir auf Immobilien treffen, die nicht mehr den heutigen Standards entsprechen.“ Ein entscheidendes Kriterium könne die Raumaufteilung mit vielen kleinen Zimmern sein.

Einige Zahlen

Der Grundstücksmarktbericht für die Jahre 2014 bis 2016 scheint die Aussagen Giesens zu belegen. Herbert Zaunbrecher, Mitarbeiter der Geschäftsstelle und zuständig für die statistische Auswertung der Kaufpreissammlung, legt dazu einige Zahlen vor. Bei den Einfamilien- und Zweifamilienhäusern stiegen die Preise zum Beispiel bei einem Sachwert von etwa 150.000 Euro zunächst um zwei Prozent und dann noch einmal um ein Prozent.

Bei einem Sachwert von 300.000 Euro war zunächst eine Steigerung um ein Prozent und im Folgejahr noch einmal um zwei Prozent zu verzeichnen. Bei solchen Gebäuden im Wert von 450.000 Euro sank zunächst der Preis statistisch gesehen um ein Prozent, um jedoch im Folgejahr zwei Prozent zu steigen.

Bei Reihen- und Doppelhäusern mit einem Sachwert von 150.000 Euro blieb der Wert im ersten Jahr konstant, um im zweiten sogar um drei Prozent zu steigen. Bei den 300.000 Euro-Objekten kletterten die Preise schon von 2014 auf 2015 vier Prozent in die Höhe. Im Folgejahr dann noch einmal drei Prozent.

Wer nicht weiß, was seine Immobilie wirklich wert ist, kann übrigens über die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ein Wertgutachten beantragen. Die zu zahlende Gebühr richtet sich nach dem ermittelten Wert.

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