Kreis Heinsberg - Imker machen mobil gegen die Faulbrut

Imker machen mobil gegen die Faulbrut

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
13757991.jpg
An einem Bienenstand im Beobachtungsgebiet: Guido Eich (Mitte) vom Institut für Bienenkunde bei der Entnahme einer Futterkranzprobe mit dem Bienensachverständigen Rüdiger Meiritz (l.) aus Erkelenz und Dr. Arndt Vossen (r.) vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Foto: Anna Petra Thomas
13758000.jpg
120 Besucher kamen zu der Veranstaltung mit dem Vortrag von Guido Eich in der Oberbrucher Festhalle. Foto: Anna Petra Thomas
13757995.jpg
Stefan Drachenberg, Vorsitzender des Imkervereins Heinsberg, hatte die Informationsveranstaltung in der Oberbrucher Festhalle organisiert. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Den Verdacht, dass sich ein Bienenbestand in Heinsberg-Oberbruch mit dem Erreger der sogenannten Amerikanischen Faulbrut infiziert hat, konnte Guido Eich vom Institut für Bienenkunde aus Celle bei einem Besuch vor Ort nach seinem klinischen Befund bestätigen.

Nach einem Routine-Monitoring in Form der Untersuchung einer sogenannten Futterkranzprobe aus diesem Stand war der Verdacht entstanden. Zur Sicherheit wird eine betroffene Wabe nun noch einmal im Labor untersucht, doch der Experte ist sich schon jetzt sicher, dass es sich um einen Ausbruch dieser für Bienen ansteckenden Erkrankung handelt.

Ausgelöst wird die beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg anzeigepflichtige Tierseuche durch das Sporen bildende Bakterium Paenibacillus larvae larvae. Ammenbienen füttern die Larven mit den Sporen dieses Bakteriums und stecken sie so an.

Das Futter haben sie zuvor in einem betroffenen Stand geraubt. Die Amerikanische Faulbrut stellt jedoch keinerlei Gefährdung für die erwachsene Biene, den Menschen oder andere Lebewesen dar. Auch auf die Qualität des Honigs hat die Erkrankung keine Auswirkungen.

Der betroffene Bienenstand ist inzwischen gesperrt und um ihn herum ein Beobachtungsgebiet von etwa einem Kilometer eingerichtet, wie Dr. Arndt Vossen und Susanne Wolter vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises bei einer Informationsveranstaltung in der Oberbrucher Festhalle erklärten.

Alle Stände in diesem Gebiet sollen nun zunächst untersucht werden, bevor die Grenzen eines zu errichtenden Sperrgebiets bekanntgeben werden. Die Kosten für die Untersuchung tragen laut Amt die Tierseuchenkasse und das Land Nordrhein-Westfalen.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte der Imkerverein Heinsberg unter dem Vorsitz von Stefan Drachenberg. Gemeinsam mit Vossen, Wolter und Eich richtete er einen eindringlichen Appell an die 120 Besucher. Am wichtigsten sei zunächst, dass alle Imker dem Amt alle Stände in dem Beobachtungsgebiet und später auch im Sperrbezirk melden würden.

Und auch die Bevölkerung könne mithelfen. Wer bei einem Spaziergang Bienenstände oder auch verlassene Bienenwohnungen auf Feldern oder in Wäldern sehe, solle diese unbedingt mit dem genauen Standort melden beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt: Telefon 02452/133902.

„Das ist keine Denunziation“, betonte Eich. „Das ist Selbstschutz für Sie“, sprach er die Imker direkt an. Wenn es in dem betroffenen Gebiet nur einen Bienenstand gebe, der nicht untersucht werden könne und der von der Seuche betroffen sei, dann könnten sich alle „sanierten“ Bienenvölker durch Futterraub wieder anstecken. „Ehrlich sein ist jetzt das Beste!“ Auch Vossen mahnte ein gemeinsames Vorgehen gegen die Seuche an. „Jetzt, wo der Ausbruch da ist, sitzen wir alle in einem Boot.“

Zugleich räumte Eich mit dem alten Gerücht auf, dass am Entstehen der Krankheit der Imker schuld sei und deshalb der Ausbruch im eigenen Stand vielfach verheimlicht werde. Da gebe es „gewaltig viel gefühltes Wissen“, das nicht der Wahrheit entspreche, betonte er und rief zu einer offenen Kooperation mit den zuständigen Veterinären auf. „Wer es verschweigt, macht sich strafbar“, betonte er.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert