Im Waldfeuchter Musikverein hat sich der Wind gedreht

Von: sche
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Waldfeucht. Im Waldfeuchter Musikverein hat der Wind gedreht. Josef Beulen hat mit 70 Jahren den Vorsitz niedergelegt. Sein Nachfolger ist Thorsten Milosch, ein Vertreter der jungen Generation. Beim 17. Nikolauskonzert gab es schon einige Veränderungen, wie eine umfassende Informationsschrift.

Auch der Nikolaus hatte die Rolle gewechselt. Hans Jürgen Tholen ist der Neue. Er verzichtete auch auf den Schwarzen beziehungsweisen Kaplan, und erschien mit „Engelchen” Anneliese Ruppert, die um Verlängerung ihres Bleiberechts (als Präsidentin) bat. Beide gossen über die beiden Abteilungen des Musikvereins und ihre Leiter ein ganzes Füllhorn an Lob aus.

Josef Beulen wurde besonders geehrt. Für den ehemaligen Polier gab es einen goldenen Zollstock. Dafür ist er nun Ehrenvorsitzender und „Kappenträger”. Wie seit 30 Jahren bleibt Beulen erster Ansprechpartner für die Vereinsfreundschaft mit Mittelberg, die mit dem Besuch im nächsten Jahr wieder groß gefeiert wird.

Das Konzertprogramm teilten sich das Jugendorchester unter Gerard Bijlmakers und dem Musikverein Cäcilia unter Andr Seerden. Beide Abteilungen erwiesen sich als fast gleichwertig. Das Jugendorchester macht ehrgeizig riesige Schritte nach vorne, ohne dass es der Stammverein gewohnt weit hinter sich lassen konnte. Die Präsidentin beschrieb es am Schluss so: kulinarische Vorspeise - opulentes Hauptgericht.

Sie bat auch, sich auf Neues einzulassen und nicht nach dem hier zu Lande bekannten Spruch zu verfahren: Wat dr Bur net kennt, frett he net.

Die Konzertanteile waren genau ausgewogen. Bis zur Pause hatten die Jugendlichen Gelegenheit zu zahlreichen Bestdarbietungen, die auch Fortgeschrittenen jede Ehre machten und dick unterstrichen, dass man zweigleisig fahren will.

Für den Nachwuchs werden vier tüchtige Kräfte beschäftigt, darunter die qualifizierte Saxophonistin Claudia Meures. Über den Drummer Achim Tholen was zu sagen, hieße Eulen nach Athen tragen. Auch der Dirigent packt an. Das alles kommt mit jedem Ton zum Ausdruck. Seerden und der Stammverein bilden eine feste Einheit.

Der Dirigent versteht es, die Harmonie zwischen den Holzbläsern und dem Blech herzustellen, zumal sie paritätisch besetzt sind. Dem Überschwang setzt er nur wenig entgegen, um die Spontanität nicht zu hemmen. Namentlich die sozusagen „gepfefferten” und „gesalzenen” Stücke behalten bei beiden Klangkörpern ihre ureigendste und prägende Würze.

Die Meisterschaft der Gesangsabteilungen scheint auch bei den Musikern neue Gelüste geweckt zu haben. Mit beiden Dirigenten kann man noch etwas werden. Wenn sich der Ulk in Grenzen hielt und das Konzert sich seriöser gab, lag das wohl am Windwechsel.
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