Im Vorstand Differenzen über die Arbeit

Von: defi
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Obwohl der „Haussegen“ im Kunstverein Region Heinsberg zurzeit schief hängt, verlief der „Kunstverkauf“ nicht nur zur Freude von Willy Lennartz (3.v.r.) äußerst erfolgreich. Auch der Ehrenvorsitzende des Kunstvereins, Hermann-Josef Geiser (r.), wurde fündig. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Das ist einfach großer Mist“, sagt mit Bedauern jemand, der den Kunstverein Region Heinsberg seit vielen Jahren begleitet. Eigentlich steht der Kunstverein zurzeit so gut da wie nie zuvor. Endlich ist vor allem nach der erfolgreichen Uecker-Ausstellung im vergangenen Jahr die Kasse gut gefüllt.

Das Renommee des Kunstvereins ist ausgezeichnet. Nirgendwo in der Region gibt es aktuelle Kunst auf solch hohem Niveau zu sehen wie im Kunstverein auf dem Horster Hof in Heinsberg-Unterbruch.

Dennoch befürchten Eingeweihte das Ende des Kunstvereins, der 1986 zur ersten Vernissage, damals noch in die Räume an der Heinsberger Hochstraße eingeladen hatte. Am vergangenen Wochenende hatte der Kunstverein einen „Kunstverkauf“ veranstaltet.

Es war die letzte Aktion, die Willy Lennartz für den Verein durchführte. Zum 1. April hatte Lennartz das Amt des Kassierers niedergelegt. Mit entsprechend „ambivalenten“ Gefühlen zog er den zweitägigen „Kunstverkauf“ durch und zwar sehr erfolgreich. Viele Kunstliebhaber nutzten die Gelegenheit und kauften, was sich über die Jahre im Archiv des Kunstvereins an Kunstwerken und Drucksachen ehemaliger Aussteller angesammelt hatte.

In den letzten achteinhalb Jahren hatte sich Willy Lennartz mit viel Herzblut für den Verein und die Kunst engagiert und war zum Zugpferd der Vereinsaktivitäten geworden. Es wird sicherlich niemand bestreiten, dass Lennartz mehr war als „nur“ der Kassierer des Kunstvereins.

In seinem Demissionsschreiben, mit dem er seinen Vorstandskollegen seinen Rücktritt kundtat, nennt Willy Lennartz die Gründe: „Meine Auffassung über die Arbeit, wie sie für diesen Kunstverein geleistet werden muss, liegt zu weit von den Vorstellungen der anderen Teammitglieder entfernt. Das betrifft insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit und auch den Umgang mit kunstbezogenen Themen - Zustandekommen des Ausstellungsprogramms, Organisation der Ausstellungen, Ablauf der Vernissagen, Ausstellungsbetreuung.

Schwerer wiegt für mich noch der Umgang mit meiner Person, der seit einiger Zeit innerhalb des Teams eine Atmosphäre geschaffen hat, in der ich trotz allen Herzblutes für den Kunstverein nicht mehr arbeiten kann und will. Ich stehe deshalb mit Wirkung vom 1. April 2013 dem Kunstverein in dieser Teamkonstellation nicht mehr als Vorstandsmitglied zur Verfügung.“

Alwin Hintzen ist zurzeit der Vorsitzende. Das Amt des zweiten Vorsitzenden ist nach dem Ausscheiden von Ingeborg Keitel vakant. Schriftführer ist Hubert Schmitz. Als Beisitzer fungieren Dr. Dirk Rosenbaum, Ingrid Trantenroth-Scholz und Elfriede Verwoert.

Auf Nachfrage dieser Zeitung äußerte Hintzen in einer Stellungnahme des Vorstands : „Wir bedauern, dass Willy Lennartz auch in diesem Fall nicht den Weg gefunden hat, Informationen des Kunstvereins gegenüber der Presse einvernehmlich zu kommunizieren. Es gab den Kunstverein ohne Willy Lennartz, es wird ihn auch ohne Willy Lennartz geben. Wir sind alle ehrenamtlich tätig und wünschen uns untereinander einen respektvollen Umgang. Im Übrigen sind die Verdienste von Willy Lennartz um den Kunstverein unumstritten. Die Kontakte zu den Künstlern der Kunstakademie Düsseldorf sind gleichwohl im Wesentlichen das Verdienst von Reinhold Röser.“

Der Ehrenvorsitzende Hermann-Josef Geiser bedauert die aktuelle Entwicklung im Kunstverein sehr. Geiser: „Man darf sehr gespannt sein auf die nächste Mitgliederversammlung.“

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