Kreis Heinsberg - Im Kreis Heinsberg fehlen 100 Lehrkräfte

Im Kreis Heinsberg fehlen 100 Lehrkräfte

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Vorsitzender der Gewerkschaft ­Erziehung und Wissenschaft im Kreis Heinsberg: Klaus D. Lange.

Kreis Heinsberg. „Die Schulen im Kreis brauchen für die Inklusion nach eigenen Angaben vordringlich: mehr Stellenressourcen sonderpädagogischer Förderung, mehr Zeitressourcen für Absprachen und Beratung und mehr und bessere Räumlichkeiten.“

Dies erklärte Klaus D. Lange, Vorsitzender vom Kreisverband Heinsberg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Etwa 100 Lehrkräfte – vor allem Sonderpädagogen – würden im Kreis Heinsberg fehlen.

„Nach einem Jahr Erfahrung mit der Umsetzung des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes zur Inklusion und zum Teil gelebter Praxis des gemeinsamen Unterrichts aus den Jahren vorher“, so Lange weiter, „dürfen diese Forderungen aus den Schulen nicht ungehört verhallen.“ Die GEW hatte nach eigenen Angaben eine repräsentative Online-Umfrage zur systematischen Bestandsaufnahme an allen Schulen zur schulischen Inklusion in Auftrag gegeben. Diese zeigt laut GEW, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen den Erfolg der schulischen Inklusion gefährden würden.

Die GEW hat die Online-Umfrage in Auftrag gegeben, weil sie nach einem Schuljahr nach Inkrafttreten des ersten Schulgesetzes zur Inklusion die Erfahrungen der Schulen in Nordrhein-Westfalen abfragen wollte. Es sollte geklärt werden, was in den Schulen gut läuft, wo Probleme auftauchen und wo nachgesteuert werden muss.

Dafür hat sie die Lehrkräfte in den Schulen selbst zu Wort kommen lassen. Mit einem Fragebogen, der an die allgemeinen Schulen gerichtet war, und einem weiteren Fragebogen, gerichtet an die Förderschulen, konnten sich die Schulleitungen an der Umfrage beteiligen und ihre konkreten Erfahrungen zur Umsetzung der Inklusion einbringen.

Rege Beteiligung

„Besonders erfreulich ist die rege Beteiligung der Schulen an der Befragung gewesen. Mein Dank gilt allen an der Umfrage beteiligten Schuleiterinnen und Schulleiter,“ betonte Lange ausdrücklich. Von allen Schulen in NRW beteiligten sich im Durchschnitt 21,5 Prozent der allgemeinen Schulen und 29,2 Prozent der Förderschulen an der Umfrage. „Damit“, so Lange, „sind die Ergebnisse der Umfrage repräsentativ, müssen ernst genommen werden und untermauern die Forderungen der GEW nach Qualitätsstandards für die schulische Inklusion.“

Neben den drei wichtigsten Bedarfen, die von den Schulleitungen geäußert wurden, vermissen 64 Prozent der Befragten praxis­orientierte Fortbildung, halten 80 Prozent eine zentrale Anlaufstelle für Inklusionsfragen vor Ort und 90 Prozent inklusive Schulentwicklungspläne für erforderlich. Die Klassengröße im Gemeinsamen Lernen geben 63 Prozent der Befragten mit 21 bis 25 Kindern an. Bei 26 Prozent liegt die Klassengröße sogar bei über 25.

Nachsteuerung der Inklusion

Der GEW-Kreisverband unterstützt laut Lange die Aussagen der Schulleitungen zur Nachsteuerung der Inklusion und bekräftigt sie ausdrücklich. Damit schulische Inklusion besser gelinge, würden die Schulen mehr Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung, mehr Zeitressourcen für Absprachen und Beratung, kleinere Klassen, gerade im Gemeinsamen Lernen, mehr und passgenaue Fortbildung, Fachzentren für Inklusion vor Ort, inklusive Schulentwicklungspläne unter Mitwirkung der Schulen sowie bessere Unterstützung der inklusiv arbeitenden Schulen durch die Schulträger benötigen.

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