Igelstation: 83 stachelige Vierbeiner über den Winter gebracht

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83 Igel hat Wilfried Overhoff über den Winter gebracht. Für die kleinen Kerle ist es jetzt an der Zeit, in die Freiheit zurückzukehren. Foto: Dolfus

Heinsberg-Aphoven. Über die ersten Sonnenstrahlen freuen sich nicht nur die Menschen. Auch für die Igel ist jetzt die Zeit gekommen, ihre Winterquartiere zu verlassen. „Ein Glück, dass dieser lange, harte Winter endlich vorbei ist”, seufzt Wilfried Overhoff, Betreiber der Igelstation in Aphoven.

Die andauernden frostigen Temperaturen ließen die Heizungsrechnung für den Igelstall in die Höhe schnellen. 15 Grad Celsius Raumtemperatur sind mindestens nötig.

83 der stacheligen Tiere brachte der Aphovener über den Winter 2009/10, davon vier Albino-Igel. Es sind Tiere, die im Herbst geboren wurden und es nicht geschafft hatten, vor dem Winter genügend Gewicht zuzulegen. Mit 120 bis 200 Gramm wurden sie von ihren menschlichen Findern in die Obhut der Igelstation gegeben.

„Dieses Gewicht ist für einen Winterschlaf viel zu gering. Denn die Tiere verlieren rund 60 Prozent ihres Körpergewichts, wenn sie schlafen. Auch wenn sie den Herzschlag auf zwei Schläge pro Minute herunterfahren”, erklärt Wilfried Overhoff. Daher dürfen die Kleinen in der Igelstation zwar schlafen, aber keinen Winterschlaf halten. Denn sie müssen regelmäßig fressen.

„Viele Igel, die im Herbst geboren werden, haben effektiv keine Überlebenschance”, beschreibt Overhoff das Dilemma in der Natur. Für die unterernährten kleinen Kerle ist die Aufzucht durch Menschenhand oft unerlässlich. Doch das kostet nicht nur Zeit und Zuwendung, sondern auch eine Menge Geld. „Futter, Medikamente, Strom, Heizung und Wasser - das alles will bezahlt sein”, so Overhoff.

Zirka einen Euro kostet ein Igel pro Tag. Die Finanzen und die Arbeit wuchsen Overhoff zuletzt über den Kopf, nachdem er im Winter 2008/2009 mehr als 200 Igel betreut hatte. So viele Tiere kann und will er nicht mehr bei sich aufnehmen. Er bittet die Finder darum, ein einzelnes Tier nach Möglichkeit selbst zu überwintern.
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