Hückelhovener Ärztin „völlig erschüttert”

Von: hewi
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Es ist ein Bild der Zerstörun
Es ist ein Bild der Zerstörung: Die Menschen versuchen, die wenigen Habseligkeiten, die die Naturkatastrophe überlebten, zu retten. Foto: Kerstin Just

Hückelhoven. Der Taifun und seine verheerenden Folgen für die Philippinen werden einer Hückelhovenerin wohl nachhaltig in Erinnerung bleiben. Besonders schwer betroffen ist die Insel Mindanao.

Die aus Hückelhoven stammende Ärztin Dr. Kerstin Just ist mit anderen Kollegen für die Organisation „Ärzte für die Dritte Welt” vor Ort, um zu helfen.

Nach ihrer Ankunft in der Hafenstadt Cagayan de Oro sei ihre Welt „völlig erschüttert”, teilt die junge Frau über ihren Vater, den Stadtbrandinspektor Frank Just, mit. Dabei habe sie den Eindruck gehabt, dass das Leben in der Hafenstadt am südchinesischen Meer pulsiere. Beim ersten Gang durch die Stadt zeigten sich erst die ganzen Ausmaße der Naturkatastrophe, die über die Stadt und ihre rund 600.000 Einwohner hereingebrochen war.

In einer Mail an ihren Vater berichtet die Ärztin, dass es nicht der Taifun Washi war, der das Unglück verursachte, sondern eine rund zehn Meter hohe Flutwelle im Cagayan-de-Oro-River, die durch die starken Regenfälle entstand war und die Menschen im Schlaf überraschte. Sie brachte Häuser zum Einsturz oder riss sie in den Fluten mit, Bäume wurden entwurzelt oder umgeknickt.

In Cagayan de Oro hinterließ der gewaltige Strom eine rund hundert Meter breite Schneise der Verwüstung. Menschen, die alles verloren haben, waten durch die Trümmer auf der Suche nach Brauchbarem, um sich eine neue Unterkunft zu bauen.

„Es wurden fast ausschließlich die Armen getroffen, die am Ufer des Flusses in ihren Hütten leben”, berichtet Just. Während andernorts das Leben wie gewohnt weiterzugehen scheint, suchen die Flutopfer nach Angehörigen und einem Dach über dem Kopf.

Die Hilfsorganisation „Ärzte für die Dritte Welt” betreibt vor Ort ein Krankenhaus, das den Armen kostenlose medizinische Betreuung bietet. Für die nächsten Tage rechnen Just und ihre Kollegen mit einem Andrang der Flutopfer, deren Knochenbrüche und Verletzungen sowie Durchfallerkrankungen behandelt werden müssen. Eigentlich war ein Hospital, das die Hilfsorganisation in der Stadt Valencia unterhält, als Einsatzort geplant. Aufgrund der Not in Cagayan de Oro wird das Team der jungen Ärztin entgegen der Planung im Krankenhaus der „German Doctors” im Katastrophengebiet seinen Dienst tun.

Nach den schweren Unwettern auf den Philippinen wird von derzeit rund 650 Todesopfern ausgegangen. Weitere 900 Menschen würden noch vermisst, teilte das Rote Kreuz am Sonntag mit. Viele Dörfer seien zudem von der Außenwelt abgeschnitten und von den Rettungskräften noch nicht erreicht worden. Allein für Cagayan de Oro rechnet man mit rund 500 Todesopfern. „Die Menschen brauchen unsere Hilfe”, betont Just und ruft zum Spenden auf.
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