Hückelhoven - Hückelhoven liegt bei Kitas über Planungssoll

Hückelhoven liegt bei Kitas über Planungssoll

Von: Norbert F. Schuldei
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In Hückelhoven gibt es genüg
In Hückelhoven gibt es genügend Betreuungsplätze für Kinder, die noch keine drei Jahre alt sind. Foto: Imago/Wilhem Mierendorf

Hückelhoven. Das Betreuungsgeld ist ein ziemlich heißes Wahlkampfthema: Sollen Eltern Geld bekommen, wenn sie ihr Kind zur täglichen Betreuung nicht in eine Tageseinrichtung schicken? Wahlkampf indes ist im täglichen „Geschäft” einer Kommune kein Thema, eine „Herdprämie” schon gar nicht.

Da geht es vielmehr um Fakten, gesetzliche Vorgaben und letztlich - um Geld. Die „Fünfte Fortschreibung der Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeplätze in der Stadt Hückelhoven”, die den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses der Stadt Hückelhoven präsentiert wurde, ist ziemlich schwere Kost. Selbst in sozialen Fragen versierte Ausschussmitglieder haben an dem 35 DIN-A4-Seiten umfassenden Zahlenwerk zu knabbern: „Das ist so detailliert und zahlenmäßig umfassend, dass ein Laie da den Überblick verlieren muss”, beschreibt als Beispiel Heinz-Willi Schmitz seine Bemühungen.

In dieser Bedarfsplanung wird die Zahl der Kinder hochgerechnet, für die in den kommenden Jahren ein Platz in einer Tageseinrichtung bereit gestellt werden muss. Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg räumt ein, dass der Zahlenberg, auf dem die Berechnungen fußen, eine gewisse Unbekannte beinhalten: „Wir sprechen hier auch über Kinder, die ihre Eltern noch nicht kennengelernt haben.” Das sei nun mal bei Prognosen nicht zu ändern. Sicher ist: Im vergangenen Kindergartenjahr sind in Hückelhoven 362 Babys zur Welt gekommen, die Schätzung geht von 340 Geburten im Jahr 2020 aus.

Die Mitarbeiter des Jugendamtes, die für die Fleißarbeit verantwortlich sind, und dafür von Kämmerer Helmut Holländer ausdrücklich gelobt wurden, haben die Essenz der vielen Zahlen in Worte gefasst: „Für die Versorgung der Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt stehen im Kindergartenjahr 2011/2012 insgesamt 1078 Regelkindergartenplätze zur Verfügung”, heißt es.

Damit steht Hückelhoven glänzend da: Wenn die Eltern aller 1066 Kinder von drei Jahren an bis zum Schuleintritt ihr Kind in den Kindergarten schicken würden, wären noch immer 21 freie Plätze vorhanden. Damit hat die Stadt den Paragrafen 24, Absatz 1 des Sozialgesetzbuches, nach der jedes Kind vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch einer Tageseinrichtung hat, mit 101,97 Prozent mehr als erfüllt.

Der Träger der Öffentlichen Jugendhilfe, also die Stadt Hückelhoven, ist überdies verpflichtet, auch für Kinder im Alter unter drei Jahren „ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege vorzuhalten”.

Um die vorgeschriebene Deckungsquote von 35 Prozent zu erreichen, werden derzeit noch einige Kindertagesstätten „aufgemöbelt”. Legt man diese Ausbauplanung bei der Berechnung als Grundlage, stehen im Kindergartenjahr 2013/2014 im Stadtgebiet Hückelhoven 192 Plätze in Kindertageseinrichtungen und 63 Plätze in der Kindertagespflege für Kinder, die noch nicht drei Jahre alt sind, zur Verfügung. „Dies entspräche einer Deckungsquote von
34,98 Prozent bezogen auf zwei Jahrgänge”, haben die Fachleute vom Jugendamt ausgerechnet. Mehr noch: „Unter Berücksichtigung der Spielgruppen beträgt diese sogar 39,37 Prozent.” Auch hier wird also der vorgegebene Deckungsgrad von 35 Prozent locker erreicht.

Eine Unwägbarkeit bereitet Kämmerer Helmut Holländer Kopfschmerzen: „Die vorgelegte Ausbauplanung lässt sich nur realisieren, wenn die hierfür erforderlichen Landes- und Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden.” Das gilt in erster Linie für den Neubau des städtischen Familienzentrums „Traumland”, wofür der Grundstein gegenüber dem Zechengelände längst gelegt ist. Ansonsten aber, dies betont Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg ausdrücklich: „Wir bauen keine neuen Dächer.”
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