„Hospizarbeit besser finanzieren“: Superintendent besucht Camino

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Informationen vor Ort aus erster Hand: der Superintendent und das Camino-Team.

Kreis Heinsberg. Seit gut 20 Jahren gibt es die Ambulante Hospizbewegung Camino e.V. für Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt und Selfkant. Pfarrer Jens Sannig, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, besuchte diese Einrichtung im Rahmen seines jährlichen Visitationsprogrammes.

Seine Motivation: zum einen das Kennenlernen und die Information über die Arbeit, zum anderen und nicht weniger wichtig, Anerkennung und Wertschätzung deutlich zu machen für einen Dienst an Menschen, die auf das Lebensende zugehen, und an deren Angehörigen.

36 Ehrenamtler

Sannigs Gesprächspartnerinnen waren Renate Kaspar (1. Vorsitzende des Vereins), Gabriele Krumbach (Koordinatorin), Brigitte Stevens (Kassiererin), Renate von Birgeln und Kirsten von Fürstenberg (Beisitzerinnen im Vorstand). Sie blickten zusammen mit dem Superintendenten zurück: Der Verein und seine Arbeit sind entstanden aus dem Interesse von Bürgerinnen und Bürgern.

Es herrsche offensichtlich ein wachsendes Bedürfnis nach Unterstützung und Begleitung in einer Lebenssituation, wo das Sterben und der Tod in Sicht kommen. Der Sterbende selbst, aber auch seine Angehörigen oder Freunde benötigten Hilfe in dieser schwierigen Phase. Camino mit seinen zurzeit 36 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfülle diese wichtige Aufgabe mit großem Engagement und hoher Professionalität, hieß es.

In diesem Jahr gibt es bereits 43 Anfragen für eine Begleitung, die Tendenz der Zahlen ist steigend. „Bisher konnten alle Anfragen positiv beantwortet werden“, so die Koordinatorin Gabriele Krumbach, die auch Ansprechpartnerin für die Ehrenamtler ist. Begleitet werden Menschen aller Konfessionen und auch Menschen, die keine Beziehung zu Kirche und Glauben haben. Inzwischen gilt die Begleitung mehr Menschen in Pflegeeinrichtungen als im häuslichen Umfeld, hieß es.

36 Ehrenamtler

Camino arbeitet gut vernetzt im Kreis Heinsberg, so etwa in enger Kooperation mit der SAPV, der „Spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung“, aber auch im Kontakt mit Kirchengemeinden sowie Pfarrerinnen und Pfarrern. Zum weiteren Angebot gehören ein Offenes Trauercafé jeweils in Geilenkirchen und Übach-Palenberg, eine Trauersprechstunde nach telefonischer Vereinbarung, Spaziergänge für Trauernde, Befähigungskurse für Hospizbegleiter und Informationsveranstaltungen zu den verschiedenen Aspekten von Krankheit, Tod und Trauer.

Finanziert wird die Arbeit zum Teil durch Gelder von den Krankenkassen. Diese Mittel reichten aber bei weitem nicht aus, wurde beim Gespräch mit Sannig deutlich. Krumbach: „Wir leisten eine gesellschaftlich notwendige und erwünschte Aufgabe. Durch die Einführung des Hospiz- und Palliativgesetz wurde dies erneut bestätigt und der Rechtsanspruch auf hospizlich-palliative Begleitung nochmals auch für Bewohner von Pflege- und Senioreneinrichtungen festgelegt. Konsequent wäre es, wenn die Hospizarbeit daher auch besser finanziert würde.“ Und: „Solange wir das noch nicht erreicht haben, sind wir dringend auf Spenden, Vermächtnisse oder Mitgliedsbeiträge angewiesen.“

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