Himmel un Ääd zieht Scharen an

Von: defi
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Schirmherr, Landrat Stephan Pu
Schirmherr, Landrat Stephan Pusch (4.v.r) und die Heidekartoffelkönigin Katja Trenn aus Bad Bevensen, eröffneten das „Erste Kartoffelfest in Merbeck”. Foto: defi

Wegberg-Merbeck. „Erstes Kartoffelfest in Merbeck” Hm? Das klingt, wenn man die Merbecker nicht kennt, nach maximal ein paar Reibekuchen neben einem Bierstand. Die Tatsache, dass Landrat Stephan Pusch die Schirmherrschaft für die zweitägige Veranstaltung übernommen hatte, schraubte die Erwartungen in die Höhe: vielleicht sogar eine leckere Kartoffelsuppe neben einem zweiten Bierstand?

Doch wer die Merbecker und die aus Tetelrath, Venn, Venheyde und Schwaam kennt, weiß, dass deren „Erstes Kartoffelfest” ein, zwei oder auch ein paar Nummern größer ausfällt, wenn es darum geht, den Erhalt des Pfarrheims St. Maternus als Gemeinschaftstreffpunkt zu erhalten.

300 ehrenamtliche Helfer waren am Wochenende beim Merbecker Kartoffelfest im Einsatz, 100 Aussteller boten ihre Produkte mehr als 12.000 Besuchern an. Parkplätze hatten die Landwirte bereit gestellt, zudem war ein Pendelbusverkehr aus Wegberg und Niederkrüchten eingerichtet, zwei Festplätze mit tollen Angeboten rund um das Thema Landwirtschaft und alles unter dem Motto „Himmel un Ääd”: das war das „Erste Kartoffelfest in Merbeck”.

Selbst an ein Maskottchen hatten die Veranstalter gedacht und den knollennasigen Merbi kreiert. Stefan Schmitz, Landwirt aus Merbeck, wurde zum Kartoffelkönig gekürt. Er hatte die dickste Kartoffel auf dem Fest präsentieren können.

Das rheinische Traditionsgericht „Himmel un Ääd” wurde am Stand des Fördervereins St. Maternus Merbeck angeboten. Zwischen Himmel, in den die Kirchturmspitze von St. Maternus hinaufragt und Ääd, in der die Kartoffeln wachsen, spielte sich das Kartoffelfest bei schönstem Sonnenschein ab. „Dieses Wetter habt ihr hier in Merbeck verdient”, sagte der Schirmherr, Landrat Stephan Pusch, zur Eröffnung des Kartoffelfestes.

Andreas Theißen, der Vorsitzende des Fördervereins St. Maternus Merbeck, hatte die Idee zum Kartoffelfest. Sein Fördervereinskollege Michael Körner leitet eine Agentur für kreative Kommunikation und ist nicht ganz unschuldig daran, dass das Kartoffelfest in Merbeck professionell aus der Taufe gehoben wurde. Die 25 Vereine, die sich bei der Vorstellung der Kartoffelfest-Idee im Oktober 2010 spontan bereit erklärten, Einsatz für die Gemeinschaft zu zeigen, ohne genau zu wissen, was da auf sie zukommen würde, machten das Kartoffelfest möglich.

„Die Wilden Weiber” haben eigentlich ihre beste Zeit im Karneval, die Tanzgruppe hatte aber auch am Stand des Fördervereins einen großen Auftritt beim ersten und hoffentlich nicht letzten Kartoffelfest in Merbeck. Die Hübschen hatten Produkte rund um die Kartoffel für die Besucher im Angebot, vom Kartoffelbrot bis zur Kartoffelwurst. Lejla von den Wilden Weibern: „Wir bieten hier Bauernprodukte an, die typisch waren für die damalige Zeit.”

Das Historische der Landwirtschaft hatte der Förderverein in den Mittelpunkt des Kartoffelfestes gerückt und auch bei der Auswahl der Aussteller Wert darauf gelegt, dass nur Produkte auf den Markt kommen, die etwas mit der heimischen Scholle zu tun haben. Auf zwei Festwiesen wurde den Besuchern das Leben auf dem Land aus einer Zeit präsentiert, als die Dorfgemeinschaft noch intakt war. Für Merbeck bedeutet das, statt ehemals 45 produzierenden Bauernhöfen, heute nur noch drei.

Eine Ausstellung historischer landwirtschaftlicher Maschinen plus sehenswerter Oldtimer und einer Tierschau mit Kuh und Kalb, Sau und Ferkeln auf Festplatz zwei rundeten das bunt gemischte Angebot von Festplatz eins, wo es vom Bonbonhersteller über heimische landwirtschaftliche Produkte bis hin zum Fischbrötchen alles gab, ab.

Geheimtipp in puncto Kartoffel waren die Kartoffelspirälchen einer ehemals Merbecker Familie, die heute in der Eifel ansässig ist - feine wie ein Rettich aufgespaltene Kartoffeln frittiert - köstlich.

Michael Körner vom Förderverein konnte nach zwei Tagen ein durchweg positives Resümee ziehen: „Das war sagenhaft, unglaublich, wir hatten ja keine Vorstellung wie viele Besucher kommen würden. Die Menschen kamen aus Dortmund, Solingen, ganz viele aus den Niederlanden. Sie haben sich teilweise persönlich bei uns bedankt und meinten: Das war ein wunderschönes Fest und eine tolle Stimmung. Jetzt werden wir erst einmal Kassensturz machen und sehen, wie viel Geld für den Erhalt des Pfarrheims zusammengekommen ist.”
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