Hilfsgüter: Die Betten aus Immerath bald in Paraguay

Von: Norbert F. Schuldei
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Die ausrangierten Betten des Immerather Krankenhauses stapeln sich auf Gut Gansbroich im Gewerbegebiet Baal. Hausherr Udo Keller sorgt dafür, dass sie auf den Weg nach Paraguay kommen. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven-Baal. Udo Keller ist froh, dass er wieder am Schreibtisch in seinem Büro draußen vor den Toren Hückelhovens auf Gut Gansbroich im Gewerbegebiet Baal sitzen und die Beine ausstrecken kann.

Die vergangenen Tagen waren für ihn und ein paar Freunde nämlich arg strapaziös: „Wir haben aus dem alten Krankenhaus in Immerath 42 Betten und Nachttische für unser Projekt bekommen, auf Lastwagen verfrachtet und hierher gebracht.”

Jetzt stehen die Bettgestelle gestapelt in einem Schuppen auf dem weitläufigen Gelände und warten darauf, dass sie in Container geladen und nach Paraguay verschifft werden. „Erste Hilfe aus zweiter Hand” heißt das Projekt, das Udo Keller im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat und das es sich zur Aufgabe macht, die Not und das vor allen Dingen auf dem Land herrschende Elend in Paraguay zu lindern. Warum um Himmels willen Paraguay?

„Erstens gehört Paraguay zu den armen Ländern dieser Erde”, sagt Udo Keller. Und zweitens? „In Paraguay leben 6,2 Millionen Menschen, und davon sind 400.000 deutschsprachig”, sagt Keller. Das mittelamerikanische Land ist ein beliebter Altersruhesitz für Deutsche. „Ich habe bei meinen Besuchen dort ein paar deutschstämmige Rentner gefunden, die von meiner Idee begeistert waren und ihre Hilfe angeboten haben.”

Keller erfährt durch diese Mitarbeiter, wo was vor Ort dringend benötigt wird. Im Schnitt alle sechs Wochen schickt Keller einen Schiffscontainer vollgestopft mit Hilfsgütern von Gut Gansbroich in Hückelhoven-Baal Richtung Paraguay. Dort angekommen, wird die Verteilung der Güter von Mitarbeitern überwacht.

Und: Sie lassen sich den Empfang der Spende von den Bürgermeistern der Orte quittieren. „Was wir nach Paraguay schicken, sind hochwertige Gebrauchsgüter, die bei uns hier in Deutschland unter Aufwendung von Kosten entsorgt werden müssten”, sagt Keller. Natürlich Bekleidung, aber auch Schulmöbel oder oder wie jetzt Teile von Krankenhauseinrichtungen „Neben den Betten aus Immerath habe ich aus Linnich zwei Dialysegeräte und von einem Zahnarzt in Linnich ein Röntgengerät zur Verfügung gestellt bekommen.”

Dinge, die in Mittelamerika Gold wert sind. „Und wir bringen ein Feuerwehrauto, das von den Männern der Hückelhoven Wehr aufgemöbelt worden ist, auf den Weg nach Paraguay”, sagt Keller. Er braucht nicht zu betonen, dass die seinem Verein zur Verfügung gestellten Sachen in Paraguay kostenlos an den richtigen Stellen eine neue Nutzung finden. Er verschweigt aber auch nicht, „dass ein ganz kleiner Teil der gespendeten Waren an die Bevölkerung zu Preisen, die die einfachen Leute auch wirklich bezahlen können”, verkauft werden.

Der Grund dafür ist einleuchtend: „Ein Container mit 62.315 Kilogramm Ladung nach Paraguay kostet heute rund 2000 Euro. Wir haben im vergangenen Jahr sechs und in diesem Jahr zwei Container auf den Weg gebracht”, sagt Keller. Überdies müssten den Mitarbeitern vor Ort auch die Spritkosten und die Mietkosten für die Autos erstattet werden, mit denen die Güter vor Ort aufs Land gebracht werden.
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