Hilfe für trauernde junge Menschen

Von: jwb
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Sie stellten das Projekt Schatzsucher als Hilfsangebot für trauernde Kinder und Jugendliche bei einem Pressegespräch in Wassenberg vor: Ingeborg ­Röhling, Björn Clahsen, Georg Wiefels und Susanne Hoeren (v. l. n. r.). Foto: Johannes Bindels

Kreis Heinsberg. Was vor fünf Jahren klein anfing, ist mittlerweile zu einer festen Institution in der ­Region geworden. Unter dem Dach des ökumenischen ambulanten Hospizdienstes Regenbogen arbeitet ein Team im Hilfsangebot Schatzsucher und bietet Hilfe für trauernde Kinder und Jugendliche.

Im Kreis Heinsberg bieten vier Ehrenamtler und zwei Leitungsmitglieder als ausgebildete Trauerbegleiter für Kinder und Jugendliche begleitende Hilfen in Einzel- und Gruppenarbeit an. Für drei nach Alter geteilten Gruppen (vier bis neun Jahre, zehn bis 14 Jahre sowie 15 bis 18 Jahre) finden unter Leitung der ehrenamtlichen Gruppenleiter alle 14 Tage in den Räumen des Jugendheimes St. Marien in Wassenberg Treffen statt.

„Thematisch strukturierte Angebote geben den betroffenen Kindern und Jugendlichen Gelegenheit, spielerisch, kreativ und erzählend in Kontakt zu kommen“, beschrieb Susanne Hoeren, Koordinatorin im Verein Regenbogen und Leiterin des Projekts Schatzsucher, bei einem Pressegespräch den Rahmen des Angebotes vom Verein. Mehrere Wochen dauere die Betreuung, im Einzelfall durchaus bis zu drei Jahren.

Da jeder auf andere Art seine Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen verarbeitet, ist die Bandbreite entsprechend groß. Während der eine das Gespräch sucht, kann der andere mit Malen oder Musikhören seinen Weg suchen. Auch mal seine Trauer durch Aggressionsabbau am Sandsack zu verarbeiten, sei möglich, ergänzte Erzieher Björn Clahsen, der gemeinsam mit Susanne Hoeren das Leitungsteam bildet. Alle sind ausgebildete Trauerbegleiter, so wie auch die ehrenamtliche Gruppenleiterin Ingeborg Röhling und weitere drei Ehrenamtler.

80 Stunden für die ehrenamtlichen Helfer und 160 Stunden für die Leitungsmitglieder umfasse der Lehrgang mit einem standardisierten Ausbildungsplan, erläuterte Georg Wiefels, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Regen­bogen, die Ausbildung zum Trauerbegleiter. Neben den regelmäßigen Treffen in der Gruppe sei auch die Möglichkeit von Einzelangeboten im häuslichen Umfeld möglich.

Die Nachfrage nach Hilfe sei in den fünf Jahren des Bestehens stetig gestiegen; bisher habe man 120 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet betreut. Es gibt ein Netzwerk von Kontakten in Schulen und Kindertagesstätten, aber auch die Mitarbeiter im ambulanten Hospizdienst Regenbogen oder bei einzelnen Jugendämtern verweisen auf Hilfsbedürftige oder geben Lehrern und Eltern den Hinweis auf Schatzsucher.

Die Einrichtung in den Gruppenräumen, Ausbildung und Fortbildung der Mitarbeiter sowie die laufenden Kosten werden bisher aus Spenden gedeckt. Darauf ist das Projekt Schatzsucher auch in Zukunft angewiesen, um seine wertvolle Arbeit weiterhin leisten zu können.

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