Gangelt - „Hickhack“ um Neonazi soll im Oktober gelöst werden

„Hickhack“ um Neonazi soll im Oktober gelöst werden

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Zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß marschieren Rechte in Spandau. Diese Demonstration war auch das Ziel eines Gangelters, von dem zunächst nicht eindeutig klar war, ob er zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied der FDP war. Foto: dpa
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Im Jahr 2012 verteilte der Mann rechtsgerichtete Flyer auf dem Heinsberger Markt. Foto: M. Klarmann

Gangelt. Der Druck ist aus dem Kessel gewichen. Ein Parteiausschlussverfahren gegen einen mutmaßlichen Neonazi in den Reihen der Gangelter FDP wird es nicht geben. Nicht etwa, weil derlei Gesinnungsgenossen hier geduldet würden, sondern vielmehr, weil sich der Vorstand irgendwie darauf verständigt hat, dass besagtes Parteimitglied schon gar keines mehr gewesen sei.

Sie haben richtig gelesen: man hat sich darauf verständigt! Denn ganz so klar war dies zunächst nicht.

Mit rund 250 Neonazis war der Mann, dessen Vater ein Mitglied des dreiköpfigen Vorstands der Gangelter Liberalen ist, am 19. August zu Ehren des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß durch brandenburgische Straßen marschiert und dabei durch ein Foto identifiziert worden. Der über den Vorfall in Kenntnis gesetzte Kreisvorsitzende werde alle notwendigen Schritte mit höchster Priorität veranlassen, hieß es dann auch recht schnell gegenüber unserer Zeitung.

Der Vater des mutmaßlichen Neonazis, der in seiner Vorstandsfunktion auch für die Registrierung von Ein- und Austritten sowohl im Gangelter Ortsverband als auch bei der Kreis-FDP zuständig ist, wiegelte jedoch auf Nachfrage ab und erklärte, sein Sohn sei doch schon mit Wirkung vom 30. Juli dieses Jahres aus der FDP ausgetreten; auch ein entsprechendes Schreiben reichte er nach.

Wirklich überzeugend wirkte dies allerdings nicht. Auch nicht für den FDP-Vorstandsvorsitzenden René Stegemann, wie dieser am Dienstag erneut bestätigte. Mehrmals habe er an dem Tag mit seinem Vorstandskollegen telefoniert, sagt Stegemann. Zunächst habe dieser bestritten, dass sein Sohn überhaupt an dem Neonazi-Aufmarsch in Brandenburg teilgenommen habe („Nein, da war er nicht“). Ein ihm vorgelegtes Foto ließ dann jedoch offenbar keinen Zweifel mehr zu. „Beim letzten Telefonat zauberte er dann plötzlich eine Abmeldung hervor, die nach seiner Aussage schon einige Zeit auf seinem Schreibtisch gelegen habe.

Diesen Vorgang werden wir bei der nächsten Vorstandssitzung aufklären“, verspricht Stegemann. „Mit diesem Hickhack bin ich nicht einverstanden. Aber wir werden da schon eine Lösung finden.“ Anfang Oktober, nach der Bundestagswahl, wird sich der Vorstand zusammensetzen.

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