Hückelhoven - Hertie: Stadt gibt die Hoffnung nicht auf

Hertie: Stadt gibt die Hoffnung nicht auf

Von: Norbert F. Schuldei
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Die Hertie-immobilie ist zwar baulich nicht mehr im allerbesten Zustand - aber die Lage im Herzen von Hückelhoven und der Standort selbst sind ausgesprochen attraktiv für potenzielle Käufer. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Es ist schon fast eine Phrase, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Aber was die drohende Schließung von Hertie und damit der Verlust von 30 Arbeitsplätzen in Hückelhoven angeht, handeln die Verantwortlichen der Stadt ganz offenbar danach.

„Es deuten zwar alle Zeichen darauf hin, dass der Hertie-Konzern nicht mehr zu retten ist, aber solange noch ein Fünkchen Hoffnung besteht, hoffen wir.” Sagt der Technische Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns, der sich heute mit den Bürgermeistern der insgesamt 67 Hertie-Standorte, Vertretern der Eigentümer und der Deutschen Bank in Frankfurt zu Gesprächen trifft.

Auch wenn der Konzern selbst nicht mehr zu retten ist, könnte Ortmanns dennoch mit einer positiven Nachricht zumindest für die Zukunft der Hertie-Immobilie in Hückelhoven aus Frankfurt nach Hause kommen: Am Donnerstag nämlich wurde bekannt, dass neben den acht bereits veräußerten Immobilien zwei weitere Hertie-Häuser verkauft worden sind.

Das Warenhaus in Hamburg-Langenhorn (10.200 Quadratmeter Mietfläche, 228 Pkw-Stellplätze) und die Immobilie in Dortmund-Aplerbeck (7300 Quadratmeter Mietfläche, 136 Pkw-Stellplätze) - mithin sehr viel größere Objekte als das in Hückelhoven. Käufer in beiden Fällen ist eine Grundstücksgesellschaft der Kaufland-Stiftung.

Das ebenfalls in Hückelhoven angesiedelte Handelsunternehmen Kaufland hat sich dadurch ausgezeichnet, dass es gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi in Hamburg ein Wiedereinstellungsverfahren für ehemalige Hertie-Mitarbeiter entwickelt hat. „Wir führen zurzeit intensive Verhandlungen mit einer ganzen Reihe von Investoren”, sagt Christoph Meyer, Mitglied der Geschäftsleitung von Atisreal und Leiter Retail-Investment, der die Vermarktung der Hertie-Liegenschaften betreut.

„In der nächsten Zeit wird es daher weitere Verkäufe geben.” „In Hückelhoven ist noch kein möglicher neuer Nutzer der Immobilie aufgeschlagen”, sagt Dr. Achim Ortmanns. Das wüsste man bei der Stadt, da für einen potenziellen Käufer viele Fragen nur im Einvernehmen mit der zuständigen Behörde geregelt werden könne.

Ortmanns: „Daraus folgere ich: Es gibt noch keinen Interessenten.” Die Hückelhovener Immobilie sei, so Ortmanns, baulich auch nicht gerade in einem guten Zustand, „da sollten wir uns nichts vormachen”. „Was natürlich sehr in Ordnung ist, ist die Lage im Zentrum und der Standort”, ergänzt Ortmanns. Unter dem Strich bleibt also höchstens ein Fitzelchen Hoffnung: „Ja, die Zeichen verdichten sich, dass Hertie nicht zu retten ist”, sagt er vor der Fahrt nach Frankfurt. Er fährt trotzdem.
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