Kreis Heinsberg - Herbstsynode: Von der Energiewende bis zur Flüchtlingsnot

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Herbstsynode: Von der Energiewende bis zur Flüchtlingsnot

Von: hewi
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Der Superintendent und die Syn
Der Superintendent und die Synodalpredigerin: Pfarrer Jens Sannig und Pfarrerin Tanja Bodewig auf dem Weg zum Eröffnungsgottesdienst der Synode in der evangelischen Kirche in Erkelenz. Foto: Sommer

Kreis Heinsberg. Die Herbstsynode des Kirchenkreises Jülich hat in diesem Jahr im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Erkelenz an der Mühlenstraße getagt.

Traditionelle Schwerpunkte der Herbstsynoden sind neben dem Bericht des Superintendenten auch die Beratungen über den Haushalts- und Stellenplan des kommenden Jahres. Der Haushaltsplan für das kommende Jahr sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 8,97 Millionen Euro vor. Daraus werden die Arbeitsbereiche des Kirchenkreises - von der Jugendarbeit bis hin zur Notfallseelsorge - finanziert.

Vakante Gemeindepfarrstellen

In seinem Bericht ging Superintendent Jens Sannig auch auf die derzeit sechs vakanten Gemeindepfarrstellen des Kirchenkreises ein, die aber im Laufe des kommenden Jahres besetzt werden sollen. Trotzdem müsse ein Zukunftsmodell erarbeitet werden, wie sich der Kirchenkreis angesichts des demografischen Wandels und des Nachwuchsmangels neu aufstellen könne. Die vakanten Stellen in Geilenkirchen, Wassenberg, Linnich und Oberbruch sollen im Laufe des Jahres wieder besetzt werden. Bis dahin werden die seelsorgerischen Aufgaben von anderen Kollegen übernommen.

Von Braunkohle bis Kernenergie

Zum Braunkohletagebau fand die Synode klare Worte. In einem Brief an die Landesregierung hatte der Kirchenkreis die Einhaltung der Zusagen gefordert, dass keine weiteren Tagebaue mehr in Nordrhein-Westfalen erschlossen würden. Ein Initiativantrag an die Landessynode beinhaltete dementsprechend auch Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept. Als Beleg für die Notwendigkeit der Energiewende seien auch die Schwierigkeiten im Umgang mit den radioaktiven Abfällen aus dem Forschungszentrum Jülich zu bewerten, für deren sicheren Transport es derzeit nicht einmal geeignete Castoren gebe. Die Kernenergie bezeichnete Sannig als „Erblast” für kommende Generationen. Theologisch gesehen sei auch von „Schuld” zu sprechen.

Flüchtlingswohnung in Düren

Ein weiteres Thema, auf das die Kreissynode mit einem Initiativantrag reagierte, ist die Situation der Armutsflüchtlinge außerhalb der EU-Grenzen. Diese werden in Marokko von der dortigen evangelischen Partnerkirche betreut. „Es ist unbegreiflich, dass die Europäische Union als Träger des Friedensnobelpreises rund 800 Millionen Euro an Marokko dafür zahlt, dass es keine Flüchtlinge mehr in die EU weiterreisen lässt”, betonte Sannig. Aus Berichten der Partnerkirche und eigenen Erfahrungen bei seinen Besuchen in Marokko berichtete Sannig, dass der Umgang mit den Flüchtlingen menschenverachtend sei.

Eine Änderung im Umgang mit der Flüchtlingsthematik sei das Ziel der evangelischen Kirche. Deshalb habe sich der Kirchenkreis Jülich auch am Unterhalt einer Flüchtlingswohnung in Düren beteiligt, in der Flüchtlingsfamilien kurzfristig Unterkunft und Hilfe bekommen würden.

Musikalische Lesung erinnert an Peter Beier

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens vom Kirchenkreis Jülich wird mit einer musikalischen Lesung an Peter Beier erinnert. Der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Jülich und spätere Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland war eine der profiliertesten Persönlichkeiten des rheinischen Protestantismus im 20. Jahrhundert.

Das Sprecherensemble Okko Herlyn, Hans-Joachim Barkenings, Irina Scholten und Hartmut Herlyn zrägt die Texte vor. Ausgewählte Musik zwischen den Texten gibt Raum zum Nachklingen und Vertiefen.

Die Lesung findet statt am kommenden Freitag, 23. November, um 19 Uhr in der Evangelischen Gemeinde in Hückelhoven an der Haagstraße 10. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden erbeten bei der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich unter Telefon 02461/ 9966-0 oder per E-Mail an eeb@kkrjuelich.de

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