Waldfeucht - Helmut Windeck legt Heimatgeschichte in jüngere Hände

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Helmut Windeck legt Heimatgeschichte in jüngere Hände

Von: tsch
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Mit Dank und Anerkennung für seine 28-jährige Arbeit als Vorsitzender des Historischen Vereins Waldfeucht wurde Helmut Windeck (Mitte) die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen. Zu den Gratulanten gehörten die neuen und scheidenden Vorstandmitglieder (v.l.n.r.) Christian Derix, Ludwig Otten, Manfred Rulands, Hans-Peter Goertz, Peter Dahlmanns, Gerti Tholen und Peter Offermanns. Foto: tsch

Waldfeucht. Auch wenn es für einen Geschichtsverein darum geht, in Kategorien zu denken, die sich in wesentlich längeren Zeiträumen abspielten, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass ein 28-jähriger Vereinsvorsitz schon eine besondere Hausnummer ist.

Helmut Windeck, Vorsitzender des Historischen Vereins Waldfeucht, darf sich rühmen, über diesen langen Zeitraum das Vertrauen seines Vereins gefunden zu haben.

Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung gab er offiziell bekannt, mit nunmehr 86 Jahren sein Amt in jüngere Hände legen zu wollen. Dem Vorstand war es hierbei ein besonders Anliegen, die Verdienste Helmut Windecks herauszuarbeiten und zu würdigen. Diese Aufgabe bat man Karl Cleef zu übernehmen, der als Urgestein der Waldfeuchter Heimatforschung zweifelsohne hierzu besonders geeignet ist.

Schon mit dessen Gründung im Jahre 1987 wurde Helmut Windeck zweiter Vorsitzender des Vereins. Die Heimatgeschichte hatte es ihm angetan. Das Erbe der Menschen dieses Landstriches zu bewahren und für die kommenden Generationen erfahrbar zu machen, war einer der Triebfedern seines Engagements. Nach Rückzug des damaligen Vorsitzenden Volker Hütten, wurde Windeck zum Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Insgesamt sieben Mal bestätigten die Mitglieder ihn in dieser Funktion. „Ein Vertrauen, das er sich durch Fleiß, durch Vereinstreue, durch seine grundehrliche Wesensart, durch seine Menschenfreundlichkeit verdiente“, so Cleef. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag zum einen in dem Ausbau der Zusammenarbeit mit den Heimat- und Geschichtsvereinen der umliegenden Orte, aber auch über die Landesgrenze hinweg in die Niederlande. Zum anderen war es ihm ein Anliegen, dem Verein selbst eine beständige Heimat zu verschaffen.

1995 bot sich durch die Gemeinde die Möglichkeit, im ehemaligen Schulgebäude in Waldfeucht freiwerdende Räume zu nutzen. Auch wenn sich umfangreicher Ausbau- und Sanierungsbedarf abzeichnete, war es für Helmut Windeck eine willkommene Gelegenheit, dem Historischen Verein eine zentrale wie auch ausbaufähige Heimstätte zu geben. 1997 konnte mit der Gerhard-Tholen-Stube ein Vereinsraum der Öffentlichkeit vorgestellt werden, der zugleich Grundstein eines kleinen Heimatmuseums wurde.

Nach zwei weiteren Ausbauphasen verfügt der Verein mittlerweile über ein umfangreiches Museum mit acht Ausstellungsräumen, sieben Sammlungsräumen und weiteren Lagerplätzen im Dachgeschoss.

Sein handwerkliches Geschick und seine Fachkenntnis als Schreinermeister ermöglichten es ihm und seinen Vereinskollegen dabei sämtliche Arbeiten in Eigenregie zu bewerkstelligen. Die Besucher finden nun hier historisches Mobiliar, kulturell wertvolle Objekte, mannigfaltige Ausstellungsstücke, die das Leben und Arbeiten der Menschen aus den vergangenen Jahrhunderten in Waldfeucht dokumentieren.

Aber auch die Einlagerung eines umfangreichen Buch- und Quellenarchivs hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben. „Vor allem durch Dein Tun, lieber Helmut, wurden und werden wertvolle Kulturgüter aus unserer Heimat vor dem Verloren gehen oder ihrer Vernichtung bewahrt und bleiben auch noch für unsere Nachwelt erhalten“, fasste Karl Cleef die Verdienste Windecks zusammen.

Diesem Anspruch auch „Leben einzuhauchen“ setzte Windeck durch ein hohes Engagement bei Orts- und Museumsführungen um. Mehr als 200 Denkmalwanderungen hat er bis heute durchgeführt. Dabei hat er die Geschichte der Region, des Ortes Waldfeucht, aber auch des Museums jungen wie älteren Besuchern durch eine zugängliche und volksnahe Sprache vermittelt.

Selbst den Jüngsten war und ist er durch Vorträge und Aktionen des Vereins in der Grundschule Haaren ein Begriff. Sein herausragendes Engagement und sein Idealismus waren auch Grundlage für die Verleihung des Rheinlandtalers durch den Landschaftsverband im Jahre 2012.

Zum Ehrenmitglied ernannt

Als besondere Würdigung für sein langjähriges Engagement wurde Helmut Windeck unter Applaus der Vereinsmitglieder zum Ehrenmitglied des Historischen Vereins ernannt.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch dem zweiten Vorsitzenden Peter Offermanns sowie den Beisitzern Franz-Josef Verfürth und Thomas Schröder Dank und Anerkennung für ihre langjährige Vorstandsarbeit ausgesprochen. Sie traten aus beruflichen und Altersgründen ebenfalls nicht für eine Wiederwahl an.

Die Nachfolgefrage konnte in der Mitgliederversammlung daraufhin schnell geklärt werden. Vorstandsmitglied Peter Dahlmanns wurde von der Versammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Vertreter wurde Christian Derix. Als Beisitzer wurden Gerti Tholen und Ludwig Otten neu bestimmt. Der Vorstand wird komplettiert durch Schatzmeister Manfred Rulands und Beisitzer Hans-Peter Goertz.

 

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