FuPa Freisteller Logo

Heinsberger „Schinkelkrone”: Vergessener Leuchter strahlt in Berlin

Letzte Aktualisierung:
Der 16-armige Biedermeier-Leuc
Der 16-armige Biedermeier-Leuchter ist das einzige Exemplar seiner Art und jetzt in neuem Glanz an seinem Platz in den Berliner Ausstellungshallen zu bestaunen.

Heinsberg. Zwei Jahre, nachdem das damalige Kreismuseum Heinsberg mit zahlreichen Leihgaben in der Reinhold-Begas-Retrospektive des Deutschen Historischen Museums Berlin vertreten war, ist nun abermals ein Glanzstück der Heinsberger Sammlung in die Hauptstadt gereist.

Frisch restauriert erstrahlt die sogenannte Schinkelkrone, ein 16-armiger Biedermeier-Leuchter, in neuem Glanz in der Ausstellung „Geschichte und Poesie” zum Leben und Werk Karl Friedrich Schinkels.

Schinkel ist vor allem als Architekt bekannt, hat darüber hinaus auch ein umfangreiches Gesamtwerk als Maler und Förderer verschiedener frühindustrieller Gewerbe und Designer hinterlassen, das in der Berliner Ausstellung erstmalig in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt wird: Neben Architekturentwürfen finden sich Gemälde und Zeichnungen mit Fantasiearchitekturen und Landschaften, Entwürfe für Theaterdekorationen, Möbel und Ausstattungen für den königlichen Hof.

Einziges Exemplar seiner Art

Der um 1833 nach Schinkels Entwurf geschaffene Leuchter aus Holz und Gussmetallelementen war die schlichtere Variante eines für das Berliner Palais des Prinzen Albrecht entworfenen Prunkleuchters. Vermutlich war er Teil einer bürgerlichen Zimmerausstattung. Das Heinsberger Stück ist, soweit bekannt, das einzig erhaltene Exemplar seiner Art.

Bis Ende der 1980er Jahre zierte der Leuchter das „Begas-Zimmer” des Kreismuseums. Dann landete er bei einer Neugestaltung im Depot und geriet in Vergessenheit. Im Jahr 2000 entdeckte Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann den Leuchter und identifizierte ihn als Werk nach Schinkel. Mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kunststiftung der Kreissparkasse Heinsberg gelang die Restaurierung des Stückes.

Nur aufgrund der derzeitigen Schließung des Museums vor seiner Wiedereröffnung als Begas Haus, Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg, war es der Museumsleitung möglich, dieses Stück für die Schinkel-Ausstellung auszuleihen. Die Berliner Museen und internationale Leihgeber sind mit über 300, teils noch nie öffentlich gezeigten Exponaten, an dem Projekt beteiligt.

Im Januar „wandert” der Leuchter dann nach München, wo die Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo Kunststiftung ihre zweite Station haben wird. Zur Eröffnung des Begas Hauses Ende des kommenden Jahres wird die „Schinkelkrone” ihren Platz in der neuen Schausammlung zur Künstlerfamilie Begas finden und zusammen mit dem Biedermeier-Mobiliar der Heinsberger Sammlung die hohe Wohnkultur des Berliner Biedermeier widerspiegeln.

Die Ausstellung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin im Kulturforum am Potsdamer Platz ist noch bis zum 6. Januar zu sehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.