Heinsberg - Heinsberg: Peter Gering an Spitze des Gewerbe- und Verkehrsvereins

Heinsberg: Peter Gering an Spitze des Gewerbe- und Verkehrsvereins

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg
Detlef Chudziak (links) gratuliert Peter Gering als neuem Vorsitzenden des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Die Anzahl der Erschienenen mag ein Ausdruck der Zufriedenheit sein”, sagte Detlef Chudziak mit bitterer Ironie.

Wirklich zufrieden war er sicherlich nicht, denn dem neunköpfigen Vorstandsteam des Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsvereins, das vor der Bühne der Begegnungsstätte Platz genommen hatte, saßen bei der Vollversammlung gerade einmal 30 Vereinsmitglieder im Saal gegenüber.

„Ich hatte die Ehre, ihnen über zwei Jahrzehnte dienen zu dürfen”, erklärte der scheidende Vorsitzende, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für eine neue Amtszeit zur Verfügung stellte. „Es hat mich immer wieder gefreut, für Heinsberg aktiv zu werden.”

Die viele Arbeit, die heute durch einen engagierten Vorstand gestemmt werde, sei früher an ihm alleine hängen geblieben, blickte er auf die Anfänge seiner Tätigkeit zurück. Mittlerweile sei der Gewerbeverein wie ein kleines oder gar mittelständisches Unternehmen anzusehen. Bürgermeister Wolfgang Dieder und der später einstimmig gewählte Nachfolger Peter Gering dankten Chudziak für sein viele Jahre währendes Engagement.

Nicht nur die Wahl Gerings lief Problemlos über die Bühne, auch der restliche Vorstand wurde ohne Gegenkandidat in seinem Amt bestätigt. Mit den neuen Beisitzern Jürgen Dick und Michael Fritsch erhielt das Führungsgremium allerdings Verstärkung.

„Da ich das von früheren Vollversammlungen kenne, war mir klar, dass nicht so viele kommen würden wie beim letzten Mal, als das Einzelhandelskonzept vorgestellt wurde, aber ich war schon etwas enttäuscht”, resümierte Gering Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung. Gerade, weil Bürgermeister Dieder ja zur aktuellen Entwicklung der Stadt Stellung beziehen würde, hatte sich der 51-Jährige eine größere Resonanz versprochen. Entmutigen lässt er sich deshalb jedoch nicht.

„Denn bei den monatlichen Jourfix-Sitzungen, die vorher nur zehn oder zwölf Gäste besuchten, haben wir in den letzten Monaten eine Verdopplung erfahren.” Die unkomplizierte Art und der Elan, mit dem sich der neue Vorsitzende einbringt, tragen da wohl erste Früchte.

„Ich kann das Rad auch nicht neu erfinden”, meint Gering, „aber unser Ziel ist es, in unserer Stellung in der Stadt so wahrgenommen zu werden, wie es angemessen ist. Die Leute sollen sehen, wie wichtig der Verein ist. Vieles geschieht in aller Stille und wird nicht wahrgenommen.” Jedem sollte klar sein, dass die 111 Mitglieder des Gewerbe- und Verkehrsvereins zwischen 40 und 50 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschafteten.

Damit die Zahl der Mitglieder noch weiter steigt, wurde in der Versammlung beschlossen, eine Supermitgliedschaft zu 50 Euro im Jahr für Privatpersonen zu ermöglichen. Zudem sollen über eine sogenannte Einstiegsmitgliedschaft, bei der die Händler oder Gewerbetreibenden im ersten Jahr nur die Hälfte des üblichen Jahresbeitrags zahlen, zusätzliche Geschäftsleute für einen Beitritt gewonnen werden. Im Regelfall liege der Jahresbeitrag - gestaffelt je nach Zahl der Mitarbeiter eines Unternehmens - bei 200 bis 500 Euro, so Gering.

Der Heinsberger Weihnachtsmarkt, der in der Reihe solch schillernder Veranstaltungen wie Sommerboulevard oder Stadtfestival eher ein Stiefkinddasein fristet, soll zukünftig attraktiver werden. Das hat sich Gering auf seine Fahne geschrieben. Dazu müssten mehr Beschicker her. Doch in diesem Punkt ist Gering zuversichtlich. „Im letzten Jahr waren alle Beschicker sehr zufrieden”, hofft er auf weitere Interessenten.

Richtig rund soll es zukünftig jedoch nicht nur in puncto Weihnachtsmarkt laufen. Auch die Apfelstraße hat er im Visier. „Hier bietet sich ja ein Rundlauf geradezu an”, sieht er die stärkere Verzahnung mit der Hochstraße, die durch reizvolle Aktionen erreicht werden könnte, wie er glaubt.

Was Gering letztlich unter seinem Vorsitz umsetzen kann, wird sich zeigen. „Vier bis sechs Jahre sollte man ein solches Amt bekleiden, weil man so lange auch seinen Elan behält”, denkt der neue Mann an der Spitze des G & V auch schon daran, bis dahin einen geeigneten Nachfolger aufzubauen.
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