Heilige fristen im Keller trauriges Dasein

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Die wertvollsten Heiligenfiguren zeigen Sebastianus, Brigida, Franziskus, Antonius und Elisabeth von Thüringen. Repro: Petra Wolters

Heinsberg-Dremmen. Fast lebensgroß sind die Statuen der sieben Heiligen, von Sebastianus, Lambertus, Brigida, Franziskus, Josef, Elisabeth von Thüringen und Antonius gewesen - die bis Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Dremmener Pfarrkirche St. Lambertus zierten. Im Zuge von Renovierung und Umgestaltung des Gotteshauses mussten sie dann jedoch weichen.

„Sankt Lambertus hatte das Glück, einen neuen Platz in der Taufkapelle zu erhalten”, erzählt Leo Rüber, Geschäftsführer des Vereins der Heimatfreunde Dremmen. „Die restlichen Heiligen wären jedoch in einem Kirchenkeller zugrundegegangen, wenn Mitglieder des Heimatvereins sie dort nicht gefunden, liebevoll gereinigt, repariert und mit neuer Farbe versehen hätten.”

Eine Rückkehr in die Kirche war ihnen jedoch damit noch nicht gewiss, erfuhren die Heimatfreunde doch beim Bischöflichen Generalvikariat in Aachen, dass die Skulpturen fortan als künstlerisch wertlos und nicht passend für das klassizistische Bauwerk galten.

Die Vereinsmitglieder engagierten sich jedoch weiter für „ihre” Heiligen. Schließlich wurde ihr von Pfarrer Hans Schmitz unterstütztes Engagement auch vom Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland gefördert sowie bald auch vom Generalvikariat in Aachen positiv gesehen und anerkannt. Mittlerweile hat die Prälat-Dr.-Erich-Stephany-Stiftung ihm „eine großherzige Spende” zugedacht, wie Rüber berichtet.

Nach Verhandlungen mit Restauratorengruppen in Leverkusen und Köln kamen Sebastianus und Franziskus schließlich nach Wartberg bei Meckenheim. „Hier brachte Restaurator Roland Gassert eine echte Sensation ans Licht”, so Rüber. Schon an den kunstvoll ausgebildeten Haarlocken und an den Faltenwürfen der Gewänder habe er verdeutlichen können, dass es sich bei den Skulpturen um wertvolle Holzschnitzereien aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert handelt.
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