Heftige Gewitter entladen sich vor allem über dem Kreis Heinsberg

Von: Ines Kubat, Rainer Herwatz, Oliver Beckhoff
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Bei den Unwettern stürzten Bäume auf Straßen und Fahrzeuge. Foto: Jan Mönch
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Straßen wurden stark verschlammt. Foto: Jan Mönch
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Über 300 Fahrzeuge auf dem Firmengelände sind vom Hagelschaden betroffen. Foto: CUH
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Hagelkörner hatten teilweise einen Durchschnitt von mehreren Zentimetern. Foto: Stefan Classen

Kreis Heinsberg. Ein ungewöhnliches Wetterleuchten hat das starke Unwetter angekündigt, das in der Nacht zu Freitag über unsere Region hinweggezogen ist. In der Städteregion Aachen folgte zunächst ein Blitz auf den anderen, doch fast nirgendwo war ein einziger Donner zu hören.

Schnell zog die Lichterscheinung über den Himmel weiter Richtung Nordwesten. Den Schaden richtete das Unwetter dann vor allem im Kreis Heinsberg an.1500 Notrufe gingen dort innerhalb weniger Stunden bei den Rettern ein. Und eine Wetterberuhigung ist nicht in Sicht: Am Wetter-Mix aus warmen Temperaturen und starken Gewittern soll sich zunächst nicht viel ändern, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.

„An einen so großen Einsatz wie heute Nacht erinnere ich mich nicht“, sagte der Geilenkirchener Stadtbrandinspektor Michael Meyer. Dort, in Übach-Palenberg und in Erkelenz richtete das Unwetter die größten Schäden an. Unzählige Keller wurden überflutet, Bäume entwurzelt, Straßen überspült, Schlamm auf die Wege geschwemmt, Häuser abgedeckt und in Erkelenz Autos von tischtennisballgroßen Hagelkörnern verbeult.

Ein Mann, der versuchte, sein Haus zu sichern, sei leicht verletzt worden, meldeten die Behörden. Der Bereich zwischen diesen Unwetterzentren – um die Stadt Heinsberg herum – blieb dagegen weitgehend verschont.

Auf niederländischer Seite hatte vor allem die Feuerwehr in Heerlen mit Überflutungen zu kämpfen. In Landgraaf warf der Sturm Gebäudeteile eines Gartencenters ein.

Den gesamten Freitag über bekamen Bahnreisende die Folgen des Sturms zu spüren. Mehrere Bäume waren bei Übach-Palenberg auf die Oberleitungen der Strecke von Aachen nach Rheydt gefallen. Wegen der Reparaturarbeiten konnte kein Zug zwischen den Bahnhöfen Herzogenrath und Geilenkirchen verkehren. Gegen 22 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Überregionale Züge wurden teils über Köln umgeleitet. Reisende im Nahverkehr mussten auf Ersatzbusse ausweichen. Ob die Strecke heute wieder befahrbar ist, war am Freitag noch unklar.

Ein zweites Unwetter in NRW tobte im Kreis Steinfurt. In Rheine setzten die Regenmassen den Stadtkern unter Wasser. Überrascht wurden zehn Gäste einer Kneipe, die plötzlich knietief im Wasser standen, nachdem ein Fenster den Wassermassen nachgegeben hatte. Alle retteten sich unverletzt ins Freie. Ein Polizeisprecher in Lienen berichtete von Straßen, die unter Wasser standen, von hochschießenden Gullydeckeln und von entwurzelten Bäumen. Ein Baum stürzte auf ein vorbeifahrendes Auto, der Fahrer kam ins Krankenhaus.

In allen Landesteilen kann es am Wochenende erneut zu Regenschauern und teils kräftigen Gewittern kommen. Verantwortlich sind ein Tiefdruckgebiet bei Irland und ein Hoch über Osteuropa, die dafür sorgen, dass gleichzeitig warme und kalte Luftmassen ins Land strömen. Am Samstag ist auch Hagel möglich. Nach Temperaturen bis 32 Grad am Freitag kühlt es am Samstag dann auf 20 bis 23 Grad ab. Zur Wochenmitte zieht sich die warme Luft dann ganz zurück. Die Gewitter nehmen ab – und die Temperaturen sinken laut DWD auf 13 Grad.

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