„Hausaufgaben” sind zum Teil schon gemacht

Von: Rainer Herwartz
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Nicht zuletzt durch die Ansiedlung des Bekleidungsriesen H&M, der im Mai seine Niederlassung an der Hochstraße eröffnet, erfüllt die Stadt ein Zukunftskriterium der BBE-Unternehmensberatung.

Heinsberg. Es hat länger gedauert als erwartet, doch jetzt liegt es vor, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Heinsberg. Vor etwa einem Jahr hatte die BBE Retail Experts Unternehmensberatung aus Köln die Mitglieder des Gewerbe- und Verkehrsvereins auf ihrer Vollversammlung im Auftrag der Stadt über konkrete Eckpunkte des Vorhabens in Kenntnis gesetzt.

Bereits im Herbst war mit dem fertigen Ergebnis gerechnet worden. Wenn das Konzept nun den Einzelhändlern am Dienstag, 5. April, in der Stadthalle präsentiert wird, dürfte die Geschäftsleute vor allem die Schlussfolgerungen der Untersuchungen und die Empfehlungen der Experten für die Zukunft der Stadt interessieren.

„Heinsberg soll attraktiv bleiben als Mittelzentrum in der Region und muss sich daher weiterentwickeln. Wer dies will, muss an der Infrastruktur arbeiten”, hatte Bürgermeister Wolfgang Dieder seinerzeit gegenüber unserer Zeitung erklärt. Und dazu gehöre auch eine zeitgemäße Nahversorgung. „Grundversorgungsdefizite im Rahmen des fußläufigen Einkaufs weisen insbesondere die kleinen Stadtteile auf”, heißt es dazu unter anderem im BBE-Konzept. Vor dem Hintergrund der Siedlungsstruktur erscheine jedoch ein stadtteilbezogener Ausbau der Nahversorgung „nur sehr begrenzt möglich”, so dass die Bedeutung der bestehenden Konzentrationsstandorte des großflächigen Lebensmittelhandels zukünftig noch zunehmen werde.

Im Hinblick auf den Bereich Bekleidung und Sportartikel ist augenfällig, dass die Heinsberger ihre Hausaufgaben offenbar schon gemacht haben, bevor sie gestellt wurden. „Der Heinsberger Innenstadt fehlen bundesweit agierende Filialisten des mittleren Preisgefüges und der Jungen Mode, die aufgrund der Bekanntheit die Ausstrahlungskraft der Heinsberger Innenstadt ergänzen können”, steht nämlich im Konzept. Nicht zuletzt durch die Ansiedlung des Bekleidungsriesen H&M, der noch im Mai seine Niederlassung an der Hochstraße eröffnet, wird diesem Gedanken bereits Rechnung getragen. Ähnliches gilt bezüglich der Aussage: „Es ist die Ansiedlung eines größeren modernen Sportanbieters mit mindestens 500 m² Verkaufsfläche zu empfehlen.” Durch das Unternehmen Intersport, das demnächst in der Stiftsstraße seine Kunden begrüßen wird, ist auch hier bereits die Idee in die Tat umgesetzt.

Ein eindeutiges Angebotsdefizit machen die Unternehmensberater bei Elektrowaren und Unterhaltungselektronik aus. Dies könne durch die Ansiedlung „eines größeren Fachgeschäftes oder Fachmarktes mit mindestens 1000 m² Verkaufsfläche beseitigt werden”. Zusätzliche Ansiedlungspotenziale im nicht-zentren-relevanten Bereich bestünden laut BBE vor allem bei Möbeln und im Heimwerker- und Gartenbedarf.

Die Kölner Planer beschäftigen sich natürlich nicht nur mit dem „Was”, sondern gleichsam mit dem „Wo”. So geben sie zum Beispiel Empfehlungen zu Entwicklungsstandorten in Heinsberg-Mitte. Dem Parkplatz an der Ostpromenade wird im Falle einer baulichen Nutzung „aufgrund der exponierten Lage und der optimalen Anbindung an die 1 a-Lage der Heinsberger Innenstadt” eine „hohe Standorteignung für eine Einzelhandelsnutzung” bescheinigt. Auch die RAG-Fläche im mittleren Abschnitt der Industriestraße besitze aufgrund der Erschließungsvorteile und der Vorprägung des Gebietscharakters durch eine Reihe mittelgroßer und großflächiger Einzelhandelsbetriebe einen „hohen Lagewert für großflächige Einzelhandelsbetriebe”.
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