„Hausarztpraxen kämpfen um ihre Existenz”

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Kreis Heinsberg. Der Hausärzteverband des Kreises Heinsberg hat den CDU-Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg aus Heinsberg aufgefordert, den Sparbeschlüssen im Gesundheitswesen entgegenzutreten.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sei „unfähig”, die dringendsten Fragen des Gesundheitssystems zu lösen, heißt es in einer Erklärung der Kreisstelle Heinsberg im Hausärzteverband Nordrhein, die der Vorsitzende Raimund Hintzen abgegeben hat.

Die Finanzreform des Gesundheitswesens sehe Einsparungen bei den Hausärzten vor. Diese Einsparungen bedrohten noch mehr als bisher die wohnortnahe ärztliche Versorgung. Schon vor der Reform habe sich gezeigt, dass Nachwuchsärzte kaum Interesse daran hätten, als Hausarzt auf dem Land tätig zu sein. Die Förderprogramme des Landes NRW zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung, die erst seit diesem Jahr anlaufen, würden damit torpediert, so der Hausärzteverband.

Der steigende medizinische Versorgungsbedarf der älter werdenden Bevölkerung kann nach Einschätzung des Verbandes nur durch Hausärzte sichergestellt werden. Die Krankenhäuser und Pflegeheime seien eine zu teure und falsche Alternative. Denn nach Befragungen der Bevölkerung sei die Sicherstellung der eigenen Autonomie in der eigenen gewohnten Umgebung ein hohes Gut gerade auch der älteren Menschen. Die Gruppe der Rentner und Pensionäre werde durch die Sparbeschlüsse in ihrer Lebensplanung empfindlich getroffen.

Der durch die Überalterung der Gesellschaft steigende hausärztliche Betreuungsaufwand in der gewohnten Umgebung der Familie und Freunde werde nach der jetzigen Kabinettsvorlage wahrscheinlich nur noch durch Zuzahlungen des Patienten zu erbringen sein, da die Kosten der Betreuung die Honorierung der Ärzte übersteigen würden.

Schon jetzt deute sich eine Insolvenzwelle bei den Hausärzten an. Auch im Kreis Heinsberg würden Hausarztpraxen um ihre Existenz kämpfen. Auf der Gesundheitskonferenz des Kreises sei beklagt worden, dass Arztpraxen in Klinkum und Arsbeck nicht besetzt werden könnten und die Versorgung von Heimen und älteren alleinstehenden Kranken gefährdet sei.

Das Fazit des Hausärzteverbandes: „Zum Wohle einer flächendeckenden wohnortnahen Patientenversorgung insbesondere der älteren Mitbürger ist dieser Kabinettsentwurf abzulehnen!”
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