Haus Hohenbusch: Im Kunstlabor werden„Innenwelten“ ergründet

Von: Helmut Wichlatz
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Mit der Kunstkiste beim Ortstermin: Teilnehmer des diesjährigen „Kunstlabor.de live“ in Hohenbusch. Foto: hewi

Kreis Heinsberg. „Kunstlabor“ – unter diesem Namen stellen seit elf Jahren Künstler aller Gattungen einmal im Jahr ihre Arbeiten vor. Angefangen hatte es als Internetportal, mit dem die beiden Lövenicher Silvia und Michael Kempe die Vielfalt der Kunstszene in der Region darstellen wollten. So entstand eine offene Gemeinschaft, die im Internet einen regen Austausch pflegt.

Nachdem das Sommerevent einige Jahre in der Erkelenzer Burg und auf dem Burghof stattgefunden hatte, zogen die Künstler im vorigen Jahr nach Haus Hohenbusch um.

Holzkisten kreativ gestalten

Die Premiere fiel wetterbedingt ziemlich ins Wasser. Trotzdem sei Hohenbusch eine gute Wahl, betont Georg Blank. „Hohenbusch hat vor allem den Vorteil, dass es barrierefrei zu erreichen ist“, erklärt er. Blank ist Teil des siebenköpfigen Gremiums, das sich zusammenfand, um die Arbeit der Kempes fortzusetzen, als diese sich aus zeitlichen Gründen aus dem Kunstlabor verabschieden mussten.

Im diesjährigen Kunstlabor nehmen 33 Künstler und Gruppen teil. Sie steuern Bilder, Skulpturen, Fotoarbeiten und Keramiken und Arbeiten mit Eisen bei. Die Arbeiten werden im Atelier, ehemals Ziegenstall, und im Erdgeschoss des Laienbrüderhauses sowie auf dem Hof ausgestellt. Dazu kommen Musik und Lesungen. Als ob es damit noch nicht genug wäre, fällt das Kunstlabor in die Zeit des Sommerkunsttreffs auf Hohenbusch, den die Erkelenzer Künstlerin Elke Bürger organisiert.

Kunstlabor eröffnet das Wochenende auf Hohenbusch am Samstag, 9. Juli, um 14 Uhr mit der Präsentation der gemeinsamen Arbeit. Eine Tradition, die man von den Kempes gerne übernommen hat. Alle Teilnehmer stellen sich derselben kreativen Aufgabe, die demnach auf viele verschiedene Weisen gelöst wird.

In diesem Jahr wurden im Vorfeld rund 40 Holzkisten verteilt, die unter dem Titel „Innenwelten“ gestaltet werden sollen. „Was die einzelnen Künstler daraus gemacht haben, werden auch wir erst am Samstag wissen“, betont Blank. „Das macht die Sache auch für uns so spannend.“ Die Kisten werden dann zu einem Gesamtobjekt zusammengefügt.

Passend dazu wird Oliver Wessel auf der Bühne im Hof Ambientmusik spielen, bevor das Duo EigenArts gegen 18 Uhr Stücke aus seiner CD „Dennoch Heimat“ vorstellt. Beate Theißen (Klavier) und Sängerin Waltraut Barnowski-Geiser bringen dafür Unterstützung mit.

Neben dem Aachener Akkordeonspieler Heo Schenkelberg ist auch der aus Holzweiler stammende Chor „Gospel Voices“ dabei. Um 21 Uhr geht es dann rockig weiter mit Mother‘s Cake. Die Band, deren Stil Blank als „Rockmusik der gehobenen Art“ beschreibt, ist seit den Anfängen beim Kunstlabor dabei und bestritt im vergangenen Jahr bei ihrem Auftritt eine wahre Wasserschlacht.

Am Sonntag kommen die Wortkünstler zu Wort. Ab 11 Uhr wechseln sich Lesungen von Autoren wie Gisela Stotzka, Marlen Krings, Brigitte Böckel und Waltraut Barnowski-Geiser mit musikalischen Einlagen von Gana Devata und Oliver Wessel ab. Gegen 14 Uhr sorgen die Djembe-Freunde für den richtigen Rhythmus, bevor Mother‘s Cake mit einem akustischen Set gegen 18 Uhr den musikalischen Schlusspunkt setzen.

So können die Kunstfreunde pünktlich zum Endspiel der Europameisterschaft vor dem Bildschirm sein, um vielleicht der deutschen Nationalmannschaft die Daumen zu drücken.

Gelebte Inklusion

Beim Catering geht das Kunstlabor neue Wege. Eine betreute Wohngruppe der Lebenshilfe wurde mit der Aufgabe betraut, für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen, und zwar vom Backen, Kochen und Braten im Vorfeld bis hin zum Grillen und Zapfen beim Event. „Der Gedanke der Inklusion und Barrierefreiheit passt zum Kunstlabor“, betont der Metallkünstler Willi Arlt. „Durch den Umzug nach Hohenbusch ist es möglich geworden, ihn auch umzusetzen.“

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