„Häppchenweise Mord” spannend und humorvoll

Von: pia
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„Häppchenweise Mord”: Das Kellertheater der Anton-Heinen-Volkshochschule feierte im Haus Hohenbusch nahe Erkelenz-Hetzerath die Premiere seiner neuesten Inszenierung. Foto: Pia Wilbrand

Kreis Heinsberg. Haus Hohenbusch zeichnet sich allmählich im Dunkeln durch den Regenschleier ab. Der Parkplatz ist menschenleer, auf dem Hof brennen zum Glück einige Laternen. Die Tür im ersten Stock öffnet sich; ein Mann im Anzug steht dort, augenscheinlich Butler und blind.

Mit lethargischer Stimme merkt er an, dass er im Auftrag seines Herren früher öfter Gäste begrüßen durfte, von denen aber immer einige verschwanden. Ein unheimliches Gemäuer, der undurchsichtige Butler, eine taubstumme Köchin und dieser seltsame Gastgeber, Lionel Twain, der fünf Meisterdetektive zum „Dinner inklusive Mord” einlädt - sie alle ergeben die perfekte Mischung für einen Theaterkrimi, wie er im Buch steht.

Das Kellertheater der Anton-Heinen-Volkshochschule hat mit „Häppchenweise Mord” eine spannende und unterhaltsame Kriminalkomödie daraus gemacht.

Sehr passend zur Atmosphäre des Stücks war die Einstimmung mit einem abgedunkelten Theaterraum und dem Lied „Der Tod” von EAV, in dem es heißt: „Grüß Gott! I´ bin der Tod! Vorbei ist deine Not! Kumm´ - dei Zeit is um. Geh´, moch ka Theater. I´ bin´s - der Gevatter!” Bei allem Humor blieb es dann nämlich doch auch immer ein bisschen unheimlich.

Bei Ankunft der fünf berühmten Detektive und ihrer Begleiter gibt es allerdings noch gar keine Leiche. Während des Dinners kündigt Lionel Twain (gespielt von Roswitha Graß, die gleichzeitig Regie führt) aber an, dass einer der im Raum Anwesenden um Mitternacht tot sein werde und auch der Mörder unter ihnen sei.

Als Belohnung für denjenigen, der den Fall löst, stellt Twain einen Koffer voller Geld als Belohnung aus. Im Laufe des Abends werden die wildesten Theorien aufgestellt und auch einige Geheimnisse gelüftet: Wer wusste zum Beispiel, dass Miss Marple mal verlobt war?

Im Spiel mit ihren Begleitern sorgten die Detektive bei der Premiere auf Haus Hohenbusch für die Lacher. So trugen Charlie Chan (Otti Mommertz), der hervorragende chinesische Detektiv, und sein marokkanischer Adoptivsohn Willie (Mourad Slimani) eine etwas schwierige Vater-Sohn-Beziehung aus.

„Sohn nimmt Koffel, dalum ich ihn adoptielt”, war einer der Sätze, den Willie zu hören bekam. Winfried Weckert stellte sehr überzeugend mit amerikanischem Akzent und ausgeprägtem Hang zum Machohaften gegenüber seiner russischen Sekretärin und Mätresse Natascha Iwanova (Maria Schlicht) den Privatdetektiv Sam Spade aus San Francisco dar.

Auch die Paare Nick Charles (Christian Wies) und Gattin Nora (Ute Gerlach) sowie Miss Jane Marple (Monika Brinkmann) mit Gefolgsmann Mr. Jim Stringer (Adi Limburg) als auch die belgische Detektivlegende Hercule Poirot (Wieland Erbsch) und sein Chauffeur Marcel (Pia Mackenstein) unterhielten das Publikum mit einer Mischung aus schwarzem Humor, einigen Albernheiten sowie ihren ganz speziellen Beziehungen zu- und dem nicht immer zimperlichem Umgang miteinander. Als Butler wirkte Peter Müller mit. In die Rolle der Köchin schlüpfte Marita Hermanns.

Schließlich gab es dann auch doch noch die obligatorische Leiche. Und am Ende des Abends wartete als Höhepunkt eine Überraschung auf die Zuschauer, denn so viel kann gesagt werden: Die Truppe des Kellertheaters besitzt auch musikalisches Talent.

Die Aula der Städtischen Realschule in Geilenkirchen ist am Freitag, 3. Dezember, und Samstag, 4. Dezember, jeweils auch um 20 Uhr, Schauplatz der Aufführungen Nummer drei und vier.

Eintrittskarten sind erhältlich bei den Buchhandlungen Fürkötter, Wild und Lyne von de Berg in Geilenkirchen, Gollenstede in Heinsberg, Wild in Hückelhoven und Erkelenz und im Bürger-Service-Center im Kreishaus in Heinsberg.
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