Waldfeucht-Haaren - Haarener Geschäftsleute fühlen sich übergangen

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Haarener Geschäftsleute fühlen sich übergangen

Von: Franz Windelen
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Die Einkaufswagen des Edeka-Ma
Die Einkaufswagen des Edeka-Markts sollen nach den Plänen der Gemeinde Waldfeucht künftig an dem neuen Standort nahe der Ortsumgehung rollen. Foto: Imago/Stock

Waldfeucht-Haaren. Der geplante neue Edeka-Markt in Haaren stößt bei Geschäftsleuten und Anwohnern auf Widerstand. Dies wurde beim „Bürgerabend” am Mittwoch in der Aula der Verbundschule Haaren, zu dem die Gemeindeverwaltung eingeladen hatte, mehr als deutlich.

Warum muss der neue Markt größer sein als der alte? Warum an neuer Stelle? Und warum sind die Geschäftsleute nicht rechtzeitig und intensiv in ein Mitwirkungsverfahren eingeschaltet worden? Mit diesen im Kern vorgetragenen Fragen wurde Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen, der bei der Vorstellung des Bebauungsplanes von Hans-Otto von der Heide und Sandra Nelis vom Planungsbüro VDH, sowie Herbert Thißen, Fachbereichsleiter Bauen, und Sachbearbeiter Daniela Borg flankiert wurde, konfrontiert.

Der Markt, der etwa 700 Meter weiter auf der Johannesstraße (nahe der neuen K 5) in größerem und modernerem Rahmen entstehen soll, ist nach Ansicht der Kaufleute eine überflüssige Konkurrenz. „Die Nahversorgung vor Ort wird doch durch uns garantiert”, lautete das Argument. Ein Supermarkt in dieser Lage und Dimension zerstöre den dörflichen Charakter, und die Geschäfte würden „an die Wand gefahren”.

Schrammen hielt dagegen: „Der Edeka an alter Stelle ist - das zeigen die Gutachten - nicht zukunftsfähig. Und ist der Markt nicht mehr wirtschaftlich zu führen, wird der Betreiber ihn irgendwann aufgeben. Dann geht auch Kaufkraft in Haaren verloren. Sie fließt in Richtung Waldfeucht oder Heinsberg ab.” Mit fatalen Folgen für die ortsansässigen Betriebe.

Sicherlich, der Vollsortimenter berge neben Chancen auch Risiken für die lokale Kaufmannschaft; diese könne jedoch mit ihren Qualitätsprodukten und ihrer fachlichen Beratung durchaus mithalten und vom Zustrom auswärtiger Kundschaft, die über die neue Umgehung in direkter Nähe herangespült werde, profitieren.

„Eigentlich ist doch schon alles beschlossen, die Veranstaltung heute Abend ist nur reine Formsache”, wurde weitere Kritik aus dem Publikum laut. Heinz-Josef Schrammen entgegnete, dass zwar die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossene Sache sei, sich der Bebauungsplan aber erst in der Offenlage befinde; Anregungen, Bedenken und Stellungnahmen seitens der Bürgerschaft seien somit sehr wohl noch möglich.

Die Geschäftsleute warfen Verwaltung und Gemeinderat vor, sie nicht frühzeitig über die Pläne informiert zu haben. „Wir haben erst im vergangenen Sommer zufällig davon erfahren”, echauffierte sich ein Kaufmann.

Eine lange Unterschriftenliste

Eine Unterschriftensammlung zeige, dass mehr als 400 Haarener den Markt in der Ortsmitte behalten wollen und gegen dessen Verlagerung seien. „Wo war der Rat? Keiner der Gemeindevertreter hat den Kontakt zu uns gesucht. Man hat uns nicht berücksichtigt”, monierten die Geschäftsleute, die mehr „Fingerspitzengefühl” erwartet hätten.

„Nach außen mag das zwar so aussehen, als würde der Bebauungsplan nur abgenickt. Dem ist nicht so. Ehe wir zum Beschluss kommen, ist in den Fraktionen viel und tiefgehend diskutiert worden”, erwiderte der Bürgermeister. „Mit einem Federstrich ist das nicht getan”, verwies er auf die prallen Aktenordner in dieser Causa.

Planer von der Heide konnte die Kritik der Bürger „nachvollziehen”, die mehr Transparenz anmahnten. Diese Transparenz sei jedoch nicht nur ein Waldfeuchter, sondern ein generelles Problem. Deshalb suche eine Forschungsgruppe im Auftrag der Landesregierung nach Lösungen, um Bürger noch früher, noch mehr in Planungen mit einzubeziehen. Für die Verwaltung brach er wegen deren Transparenzbemühungen eine Lanze: „Die Gemeinde hat zu diesem Bürgerabend eingeladen, obschon dies nicht erforderlich gewesen wäre.”

Was aus dem - laut einem Gutachten - maroden alten Edeka wird, steht nach Worten von Bürgermeister Schrammen in den Sternen. „Vielleicht wird die Immobilie anderweitig gewerblich genutzt, vielleicht wird sie abgerissen und das Gelände für die Wohnbebauung genutzt. Aber das alles ist Spekulation.”
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