Erkelenz / Heinsberg - Gymnasiasten staunen über Behinderte

Gymnasiasten staunen über Behinderte

Von: mk
Letzte Aktualisierung:
Lebenshilfe Heinsberg
So fühlt sich der Rollstuhl an: Norbert Basista (li.) zeigt den Schülern vom Cusanus-Gymnasium, wie man sich im Rollstuhl fortbewegen kann. Foto: mk

Erkelenz / Heinsberg. „Es ist gar nicht so leicht, mit einer Behinderung umzugehen und damit fertig zu werden. Was die Mitarbeiter in der Werkstatt leisten, ist wirklich bemerkenswert”, stellt die 13-jährige Gymnasiastin Sonja bei ihrem Besuch in der Lebenshilfe Heinsberg fest.

Schüler der Klasse 6f des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz verbrachten gemeinsam mit ihrer Deutschlehrerin Marion Stenten einen Tag in den Werkstattbetrieben der Lebenshilfe Heinsberg in Oberbruch.

„Wir haben die Broschüre ,Normal sind wir doch alle nich der Lebenshilfe Heinsberg im Unterricht gelesen und uns mit dem Thema Behinderung auseinandergesetzt”, erinnert sich Marion Stenten. „Die Schüler wollten die Menschen mit Behinderung, von denen sie im Buch gelesen hatten, kennenlernen. So entstand die Idee, einen Projekttag in der Lebenshilfe zu verbringen.”

Andre Krings, Mitarbeiter mit Behinderung in der Werkstatt und Mitautor der Lebenshilfe-Broschüre, begrüßte die jungen Besucher und erzählte von seiner Arbeit und seinen Hobbys, die zum Überraschen der jungen Gäste gar nicht so viel anders sind als ihre eigenen. Er verbringt viel Zeit am PC und im Internet und pflegt seine Kontakte über Facebook.

„Manchmal ist es schwer mit den Normalen”, erklärte Andre Krings schon in der Broschüre, „sie wissen oft nicht, wie sie sich verhalten sollen. Da fällt mir dann auch nichts mehr ein. Man kann die Leute ja nicht ändern.”

Gerade deshalb sind solche Projekttage für junge Menschen sehr wichtig”, sagt Judith Liebens, Leiterin des Familien unterstützenden Dienstes der Lebenshilfe Heinsberg. „Wir wollen die Barrieren in den Köpfen abbauen, auch mit derartigen Projekttagen. Wir sind begeistert über die Offenheit und das Interesse der Schüler, sich mit unserem Thema auseinanderzusetzen und freuen uns, wenn mehr junge Menschen unsere Arbeit kennen lernen wollen.”

Am Nachmittag berichteten Norbert Basista und Ingrid Schweiger von ihrem Leben mit Behinderung. Norbert Basista ist auf den Rollstuhl angewiesen. Trotzdem lebt er ein normales Leben, verreist viel mit dem Auto und arbeitet selbstständig für große, weltweit tätige Firmen.

Mit seinen Kunststücken im Rollstuhl brachte er die Schüler zum Staunen. „Wenn ich möchte, kann ich an allen Dingen des Lebens teilnehmen, und Marathonläufer wollte ich eh nie werden!” Ingrid Schweiger ist blind und berichtete den Schülern, wie sie mit ihrem sympathischen Helfer, ihrem Blindenhund Biene, ein weitgehend normales und selbstständiges Leben führt.

Mit einem Farberkennungsgerät kann sie etwa entscheiden, welche passende Kleidung sie anzieht und mit einer speziellen Schreibmaschine verfasst sie Briefe an ihre Freunde. „Die Möglichkeiten zum Abbau von Barrieren im Alltag haben sich in den vergangenen Jahren rasant verändert!”

Das unbeschwerte und tabulose Nachfragen der Kinder war ihr Anreiz, als „Praxisgast” den Projekttag der Lebenshilfe zu unterstützen: „Viele Erwachsene reagieren zurückhaltend oder bevormundend und wissen oft nicht, wie sie mit Menschen mit Behinderung umgehen sollen. Kinder hingegen sind neugierig und stellen Fragen, ohne Tabus oder Vorurteile.” „Ich fand es schön zu sehen, dass behinderte Menschen nicht besser und nicht schlechter sind als wir”, resümiert der dreizehnjährige Simon seinen Besuch in der Lebenshilfe Heinsberg.

Interessierte Schulen können die Broschüre „Normal sind wir doch alle nicht” der Lebenshilfe Heinsberg kostenlos in der Geschäftsstelle unter Tel. 02452/969100 bestellen. Mehr Informationen unter http://www.lebenshilfe-heinsberg.de.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert