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Gut für Firmen und Familien: Hoffen auf die B56n

Von: Daniel Gerhards
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Mit dem Anschluss der B 56 n an die Autobahn ist die Hoffnung verbunden, dass der Verkehr in den Orten an der L 228 (Bild) abnehmen wird. Das soll auch zur Wohnqualität beitragen. Besonders für Saeffelen erhofft Corsten sich eine Erleichterung. Das Dorf ist arg vom Schwerlastverkehr gebeutelt. Eine Umgehungsstraße war in der Vergangenheit wiederholt an der Haltung der Niederländer gescheitert. Wenn durch die B 56 n keine spürbare Entlastung für Saeffelen kommt, will Corsten einen neuen Anlauf für eine Umgehungsstraße starten. Foto: Daniel Gerhards
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Die B 56 n verläuft auf rund 18 Kilometern zwischen der A 46 und den niederländischen Grenze über Gebiet der Kommunen Gangelt, Selfkant und Heinsberg. Auf die neue Straßen fahren kann man an der Anschlussstelle mit der B 221 und der A 46, am Knotenpunkt zwischen Waldenrath und Birgden, bei Vinteln, an der L 410 zwischen Süsterseel, Höngen und Hastenrath und an der L 228 zwischen Tüddern und Höngen. Foto: Daniel Gerhards
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In Gangelt möchte man die Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße umwidmen und in einen verkehrsberuhigten Bereich umbauen. Dazu soll es demnächst Gespräche bei der Landesstraßenbauverwaltung geben, sagt Bürgermeister Bernhard Tholen. Foto: Daniel Gerhards
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Für Unternehmen steigt mit der B 56 n auch die Attraktivität der Standorte Gangelt und Selfkant. Die Gemeinde Selfkant möchte ihr Gewerbegebiet an der L 410 um rund 7,5 Hektar erweitern. Die Gemeinde Gangelt plant ein neues Gewerbegebiet in Birgden. Foto: Daniel Gerhards

Selfkant/Gangelt/Waldfeucht. In den Gemeinden Gangelt und Selfkant erhoffen sich die Verantwortlichen viel von der Bundesstraße 56n, die das deutsche mit dem niederländischen Autobahnnetz verbinden soll. In geringerem Umfang erwartet man auch in Waldfeucht positive Effekte.

Rund 20 Kilometer liegen zwischen dem Ende der A46 bei Janses Mattes und der niederländischen A2 kurz hinter der Grenze. Anfang Mai soll diese Lücke zwischen den beiden Autobahnsystemen geschlossen sein. Dann soll die B56n für den Verkehr freigegeben werden, sagt Markus Reul vom Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Bis dahin müssen die Rampen zur Brücke am neuen Knotenpunkt von B56n, B221 und A46 noch gebaut und asphaltiert werden. Schutzplanken, Markierungen, Schilder und Wegweiser müssen ebenso noch aufgestellt werden, sagt Reul.

Wenn das 84-Millionen-Projekt fertig ist, könnten für die drei kleinen Gemeinden im Westen des Kreises Heinsberg spürbare Verbesserungen in Sachen Verkehr, Wirtschaft und Wohnqualität winken. Wir haben in den Rathäusern der drei Gemeinden nachgefragt, welche Effekte man sich dort konkret erhofft.

„Die B56n wird uns nachhaltig einen Gewinn bringen“, sagt Herbert Corsten (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Selfkant. Weil die Gemeinde dann an der neuen direkten Verbindung zwischen Antwerpen und dem Ruhrgebiet liegt – in unmittelbarer Nähe zum Hafen im niederländischen Born –, erwartet Corsten, dass der Standort Selfkant für Unternehmen und Familien attraktiver wird.

Und dafür treffe man im Rathaus bereits die nötigen Vorkehrungen: Weil mit einer steigenden Nachfrage nach Gewerbeflächen zu rechnen sei, soll das Gewerbegebiet an der L410 erweitert werden. Das 15 Hektar große Gewerbegebiet soll über die L410 hinaus um rund 7,5 Hektar erweitert werden. Corsten sagt, dass ihm bereits jetzt mehrere Anfragen von Firmen vorliegen, die sich gerne im Gemeindegebiet niederlassen wollen.

Und die könnten dann im erweiterten Gewerbegebiet nahe Süsterseel Platz finden. „Von dort kommt man ohne Ortsdurchfahrt direkt nach Belgien, in die Niederlande und in das deutsche Autobahnsystem“, sagt Corsten.

Auch Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) erhofft sich von der bevorstehenden Anbindung der B56n an die Autobahn eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Gangelt. „Wir haben gute Anschlussstellen bei Vinteln und zwischen Birgden und Waldenrath“, sagt er. Im zehn Hektar großen Gewerbegebiet Gangelt-Nord sei derzeit nur noch ein Grundstück frei. In Birgden möchte die Gemeinde dagegen ein neues Gewerbegebiet auf den Weg bringen. Dieser Standort könnte zum Beispiel für Logistikunternehmen interessant sein, sagt Tholen.

Ansonsten warten die Gangelter besonders sehnsüchtig auf die neue Straße, damit der Ortskern vom Schwerlastverkehr entlastet wird. „Wir möchten die alte Straße zur Gemeindestraße umwidmen und in einen verkehrsberuhigten Bereich umbauen, in dem die Lebensqualität wieder steigt, wo es wieder Sinn macht, die Fassaden zu sanieren und Geschäfte aufzumachen“, sagt Tholen.

Im Frühjahr solle es Gespräche bei der Landesstraßenverwaltung geben, in denen geklärt werden soll, was die Gemeinde konkret unternehmen kann. Etwaige Umbaumaßnahmen seien allerdings erst für die Zeit nach 2020 vorgemerkt. Nun gehe es darum, eine Perspektive für die Wiederbelebung des Ortskerns zu schaffen. Aktuell rollen 24.000 Fahrzeuge pro Tag durch den Gangelter Ortskern. Prognosen gehen davon aus, dass es künftig weniger als 7000 sein werden.

Eine Verkehrsentlastung erwarten Corsten und Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (CDU) auch für die Orte entlang der L228. „Der Verkehr wird mit der neuen Straße anders in Richtung Autobahn fließen“, sagt Schrammen. Ansonsten seien die Auswirkungen auf seine Gemeinde überschaubar, meint Schrammen. Er geht zwar davon aus, dass auch Waldfeucht von der „Strahlkraft“ der neuen Bundesstraße profitiert. Allerdings machten die Effekte vielleicht zehn Prozent dessen aus, was man sich in Gangelt und Selfkant erhofft.

Dort gehen Corsten und Tholen davon aus, dass das Wohnen in den beiden Gemeinden wegen der besseren Verkehrsanbindung attraktiver wird. „Wir erwarten auch einen Mehrgewinn für das ländliche Wohnen“, sagt Corsten.

Er hofft, dass Leute aus Deutschland in das ansonsten auch bei niederländischen Staatsbürgern beliebte Gemeindegebiet ziehen. „Das Wohnen in den Städten wird immer teurer. Und aus dem Selfkant ist man demnächst in einer halben Stunde in Düsseldorf. Und auch sehr schnell in Mönchengladbach“, sagt Corsten. Das ist für Berufspendler reizvoll. Deshalb möchte Corsten auch weitere Neubaugebiete ausweisen.

Darauf setzt auch Tholen: „Im Jahr 2016 haben wir sechs neue Bebauungspläne aufgestellt“, sagt er. Das Ziel: Das stetige Bevölkerungswachstum soll weitergehen. Die Nachfrage nach Baugrundstücken sei aber schon jetzt groß. „Die Leute schätzen die Sicherheit in einem überschaubaren dörflichen Bereich – ein gutes Gefühl, zu Hause sein“, sagt Tholen.

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