Gülle ist kein Thema aus Europa

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Das brisante Thema der Gülleimporte wählte Bernd Krückel, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU, bei dem Pressegespräch in Geilenkirchen-Würm, um deutlich zu machen, dass manches Thema, das vermeintlich aus ­Europa komme, in Wirklichkeit ein nationales beziehungsweise in diesem Fall insbesondere ein nordrhein-westfälisches Thema sei.

20 Prozent der niederländischen Gülleexporte landen nach Krückels Angaben im Kreis Heinsberg. Rund 270 000 Tonnen Gülle würden im Jahr über den Kreis Heinsberg abgewickelt; 60 000 bis 70 000 Tonnen davon ließen sich nicht nachverfolgen. Es sei zwar so, dass Gülle über „Briefkastenfirmen“ gehandelt werde, er fragte aber in diesem Zusammenhang nach der Seriosität von Brief­kastenfirmen. Krückel betonte, es sei nichts einzuwenden gegen Landwirte, die Gülle in sachgerechten Mengen auf den Feldern ausbringen würden. Der Unionspolitiker warnte auch davor, Landwirte unter Generalverdacht zu stellen. Zum Teil dubiosem Treiben müsse aber ein Riegel vorgeschoben werden. Wenn nächtliche Gülletransporte zu beobachten seien, stimme ihn dies nachdenklich. Es seien letztlich immer dieselben „schwarzen Schafe“, die gegen das Ausbringungsverbot verstoßen würden. Er halte Klagen, die aus der Bevölkerung – beispielsweise in der Selfkant-Region – laut geworden seien, jedenfalls durchaus für berechtigt.

Bericht im Landtag

Die starke Belastung von Grundwasser mit Nitrat aus landwirtschaftlicher Düngung in manchen Regionen Nordrhein-Westfalens war zuletzt auch Thema im Düsseldorfer Landtag. Dabei war in einem Bericht von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) insbesondere auch auf den Niederrhein hingewiesen worden. In Regionen mit viel Viehhaltung und auch bei intensivem Gemüseanbau ist dem Bericht zufolge eine Zunahme der Nitratbelastung messbar. Die Probleme würden verschärft eben durch Gülle-Importe und das Ausbringen von Gärresten aus Biogasanlagen.

Gefragt ist nach Meinung von Bernd Krückel der Landesgesetzgeber, der über Verordnungen für eine bessere Überwachung der Gülletransporte sorgen müsse, wie sie in den Niederlanden mit GPS-Satellitennavigation und exakter Protokollierung erfolge. Krückel warf zudem die Frage auf, ob die Landwirtschaftskammer die richtige Kontrollinstanz sei, wenn es um die Einhaltung der Vorschriften der Düngeverordnung gehe, oder ob die Zuständigkeit nicht besser zurück auf die Kreise übertragen werden sollte.

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