Grundschulen Beeck, Klinkum und Merbeck vor dem Aus

Von: hewi
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Wegberg. „Aus sieben mach vier!” So will die Wegberger Stadtverwaltung auf die sinkende Zahl der Schüler an den Wegberger Grundschulen reagieren.

Um ein flächendeckendes Schulangebot aufrecht erhalten zu können, wäre die Schließung der Beecker, Merbecker und Klinkumer Grundschulen notwendig. Zu diesem Ergebnis war die Arbeitsgruppe gekommen, die vom Ausschuss für Bildung, Kultur, Soziales und Sport (BIKSS) mit der Erarbeitung eines zukunftsorientierten Schulkonzeptes beauftragt worden war. Das vorgeschlagene Modell beruhe ausschließlich auf räumlichen und sachlichen Kriterien, wie der Leiter des Fachbereiches Bildung und Soziales, Gerd Pint, betonte. Weitere Kriterien für den Vorschlag waren die flächendeckende Versorgung des Stadtgebietes und die gute Erreichbarkeit der Schulen.

Nötig geworden waren die Überlegungen aufgrund der weiterhin sinkenden Zahl der Grundschüler in Wegberg. Der Beecker Grundschule wird in der Untersuchung vorausgesagt, dass 2016 nur 18 Erstklässler eingeschult werden. Im kommenden Schuljahr werden es noch 30 sein. Die Handlungsempfehlung der Arbeitsgruppe sieht daher vor, die Beecker Schule auf den Prüfstand zu stellen und mittelfristig an die Erich-Kästner-Schule in Wegberg anzubinden. Bei gleichbleibend schlechter Entwicklung der Schülerzahl sei eine Schließung nicht von der Hand zu weisen. Dies betonte auch Schulleiter Georg Wimmer, der auf eine schnelle Entscheidung pochte.

Der Vorschlag der Verwaltung sieht auch vor, dass die Grundschule in Klinkum schon im nächsten Schuljahr keine erste Klasse mehr aufnehmen und zum Schuljahr 2014/15 geschlossen werden soll. Die dann noch dort vorhandene vierte Klasse soll als Verband samt Klassenlehrer an die Erich-Kästner-Schule wechseln.

Nicht ganz so schlimm sieht es in Merbeck aus. Die Schule soll abhängig von der Entwicklung der Schülerzahlen zunächst ab 2014/15 als Teilstandort der Katholischen Grundschule Arsbeck weiterbestehen. Eine Schließung würde langfristig für 2019/20 anvisiert. Sowohl in Merbeck als auch in Klinkum sind die Schülerzahlen schon länger extrem rückläufig.

Nicht betroffen von den Schließungsplänen wären neben der Erich-Kästner-Schule, die Kastanienschule in Rath-Anhoven und die Grundschulen in Arsbeck und Wildenrath. Aber auch an der Erich-Kästner-Schule ist ein dramatischer Rückgang an Erstklässlern von 106 im kommenden Schuljahr auf 69 im Schuljahr 2016/17 zu erwarten. Seit 2009, als es noch 1237 Schüler gab, ist in der Stadt Wegberg die Zahl der Grundschüler schon um 75 gesunken, was etwa drei Schulklassen entspricht.

Sinn des Modells sei es, eine Grundlage für die Gespräche vor Ort mit den Schulen zu schaffen, betonte Pint. Bei der Ausschusssitzung gab es aufgrund des detaillierten Szenarios unterschiedliche Auffassungen darüber, ob noch Diskussionsbedarf bestehe, bevor die Verwaltung beauftragt werden könne, zur Tat zu schreiben. Mehrheitlich waren die Ausschussmitglieder jedoch der Auffassung, man müsse schnell handeln und für die Betroffenen Planungssicherheit zu schaffen. „Wir haben keine Zeit mehr für kosmetische Operationen”, erklärte Bürgermeister Reinhold Pillich. „Die vorliegenden Zahlen zwingen zum Handeln.” Das von der Verwaltung vorgestellte Modell sei darüber hinaus lediglich ein Vorschlag, in den die Ergebnisse der späteren Diskussionen einfließen würden. Bei fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gab der Ausschuss grünes Licht für die Erstellung eines Schulentwicklungsplans auf Basis des vorgestellten Modells. Die Planungen sollen in Abstimmung mit den Schulkonferenzen individuell umgesetzt werden, wobei ein Augenmerk auf der Sozialverträglichkeit der Maßnahmen liegen soll.
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