Grundschule Weidengrund: Verfahren gegen Lehrer eingestellt

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
hück-krapp-bu
In der Gemeinschaftsgrundschule Im Weidengrund geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Heinz-Peter Krapp hofft, dass er bald an seinen Arbeitsplatz zurückkehren kann. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven-Ratheim. „Eltern-Vorwurf: Unsere Kinder werden gemobbt”. Das war unsere Schlagzeile am 8. Januar dieses Jahres über einen Artikel, in dem wir über den „Strafantrag” von vier Eltern, deren Kinder die Grundschule Im Weidengrund besuchen, berichteten.

In ihrem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach erhoben diese Eltern schwere Vorwürfe gegen ein Mitglied des Kollegiums der Schule.

Von „massiven Beschimpfungen und Beleidigungen von Grundschülern”, vom „Verstoß gegen das Grundgesetz - die Würde des Menschen ist unantastbar”, von „mehrfachen körperlichen Züchtigungen und Misshandlungen von Grundschülern” oder gar von „Morddrohung gegen Grundschüler” ist in dieser Anklage die Rede.

Wir haben den Namen des Lehrers damals bewusst nicht genannt, denn bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Zu einem Urteil sollte es jedoch erst gar nicht kommen, denn das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen den Lehrer wurde eingestellt.

„Die Staatsanwaltschaft ist zu der Überzeugung gelangt, dass kein hinreichender Tatverdacht gegeben ist,” schreibt dessen Heinsberger Rechtsanwalt Stefan Krings. „Es handelt sich quasi um einen Freispruch im Ermittlungsverfahren”, urteilt der Jurist. Der zu Unrecht beschuldigte Pädagoge heißt Heinz-Peter Krapp. Mit dem Beschluss der Staatsanwaltschaft in der Hand kam er jetzt in die Redaktion unserer Zeitung. Es sei, sagt er, für ihn kein leichter Gang gewesen.

Denn nach dem Erscheinen des Artikels habe er „die Hölle durchgemacht”. Menschen, die er kennt, hätten die Straßenseite gewechselt, als sie ihn sahen. Denn offenbar wusste in Ratheim auch ohne Namensnennung jeder, wer das im Artikel genannte „Mitglied des Lehrkörpers” war.

In seiner Schule Im Weidengrund allerdings, so Krapp, sei er auf einer Woge von Solidaritätsbekundungen sowohl der Eltern, als auch der Schüler getragen worden. In der Schule ist der Lehrer Heinz-Peter Krapp sehr beliebt. Seiner Darstellung nach, der durch den jetzt gefassten Beschluss erhebliches Gewicht verliehen wird, war es „im Grunde ein einzelnes Elternpaar”, von dem die zu Unrecht erhobenen Vorwürfe gegen ihn ausgegangen seien.

Er habe unmittelbar nachdem die Vorwürfe gegen ihn durch dieses Elternpaar öffentlich gemacht worden waren, seinerseits gegen das Ehepaar Strafantrag wegen Verleumdung gestellt. Dieses Verfahren laufe bei der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach derzeit noch. Heinz-Peter Krapp legt Wert auf die Feststellung, dass er bei akuten Problemen mit schwierigen Kindern, die im schulischen Alltag immer wieder mal aufträten, stets das Gespräch mit deren Eltern gesucht und geführt habe.

Auch und gerade bei dem Sohn des Ehepaares, das die Anschuldigungen gegen ihn voran getrieben habe. „Da ist eine Kampagne gegen mich initiiert worden”, sagt Krapp. Trotz der im Januar öffentlich gemachten Vorwürfe gegen ihn, habe er seine Arbeit in der Schule fortgesetzt: „Weil ich weiß, dass ich unschuldig bin.”

In den Osterferien aber, als er keinen Unterricht und „viel Zeit zum Nachdenken hatte”, habe die Last ihn erdrückt: „Ich habe Depressionen bekommen und bin seither krank geschrieben.” Auf Anweisung sowohl seines direkten Vorgesetzten, Rektor Heinrich Pöppel, als auch der zuständigen Schulbehörde habe man die Solidaritätsbekundungen der Schüler für Krapp - „Es hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe regelrechte Demonstrationen der Schüler auf dem Schulhof für mich gegeben”, sagt Krapp - als auch das Eintreten der Elternpflegschaft für den Lehrer nicht an die Öffentlichkeit gebracht.

Beamtenrechtliche Gründe seien dafür Ausschlag gebend gewesen. „Nach den mir derzeit vorliegenden Aussagen und Erkenntnissen gibt es keinen Anlass, Herrn Krapp aus dem Dienst zu suspendieren”, heißt es in einem Schreiben der Bezirksregierung Köln an das Schulamtes des Kreises Heinsberg.

„Darüber, ob dienstrechtliche Verfehlungen vorliegen, werde ich nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens entscheiden”, hieß es in dem vom 11. Januar 2009 datierten Schreiben weiter. Der „Freispruch im Ermittlungsverfahren” liegt jetzt vor.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert