AZ App

Grünen weisen Bedenken zurück: „Zwanglosen Naturschutz gibt es nicht“

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. In einem Offenen Brief an die Bürgerinitiative Zwangloser Naturschutz im Kreis Heinsberg hat die Kreistagsfraktion der Grünen Einwendungen und Bedenken der Initiative gegen die Vorentwürfe der Landschaftspläne II/4 „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“ sowie III/8 „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“ zurückgewiesen.

Der Kreis Heinsberg zähle zu den waldärmsten Gebieten in Nordrhein-Westfalen, so die Grünen. Nur zehn Prozent seiner Fläche seien noch bewaldet. Er sei vor allem geprägt von intensiver Landwirtschaft, dem Straßenbau, Kiesabgrabungsgebieten und dem Raubbau durch den Tagebau Garzweiler II.

Dem Landschafts- und Naturschutz verblieben nur schmale Korridore entlang an der Rur und Wurm sowie kleinere Waldgebiete entlang der niederländischen Grenze. „Gefährdete Flora und Fauna bedürfen also dringend des Schutzes“, so die Grünen in dem von Ulrich Horst, ihrem umweltpolitischen Sprecher, und Fraktionsgeschäftsführerin Sofia Tillmanns unterzeichneten Schreiben.

Es sei die gesetzliche Aufgabe des Kreises, die landschaftsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben des Bundes und Landes umzusetzen. In den Vorentwürfen der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Heinsberg zu diesen Landschaftsplänen sei aus Sicht der Grünen bereits ausreichend Rücksicht auf die Belange der Landwirtschaft, des Tourismus, der Fischerei, der Jagd sowie der Forst- und Wasserwirtschaft genommen worden. Diesen Gruppen sei ein umfangreicher Bestandsschutz garantiert worden. Die Ergebnisse der Betriebsbefragungen betroffener Landwirte seien in die Vorentwürfe einbezogen worden.

„Die Natur braucht eine gesetzliche Lobby, um Schutzgebietsregelungen durchzusetzen. Zwanglosen Naturschutz gibt es nicht“, argumentieren die Grünen. „Eine Umsetzung allein auf freiwilliger Basis führt nicht zum Erfolg. Hier sind ergänzende vertragliche Vereinbarungen notwendig.“

Natur- und Landschaftsschutzgebiete machen nach Ansicht der Grünen nur dann Sinn, wenn durch Biotopverbünde das Artenvorkommen von Flora und Fauna gesichert sei. Der aktuelle Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums für die jagdbaren Wildbestände 2013 zeige, dass bei einheimischen Arten wie Wildhasen und Rebhühnern ein starker Rückgang festzustellen sei, weil es an ge­eigneten Rückzugsgebieten wie Hecken und Sträuchern fehle. Gleiches gelte für die Wildbiene, die aufgrund fehlender Wildkräuter und intensiv genutzter landwirtschaftlicher Flächen stark in ihrem Bestand gefährdet sei.

„Wir können Ihre massiven Einwendungen und Bedenken an dieser Stelle nicht teilen und appellieren an die Verfahrensbeteiligten, die Belange des Landschafts- und Naturschutzes im bisherigen Umfang zu berücksichtigen“, schließen die Grünen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert