Kreis Heinsberg - Grüne beeindruckt von Suchtberatung

Grüne beeindruckt von Suchtberatung

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Im Rahmen ihrer Besuchsreihe in sozialen Einrichtungen machte die Kreistagsfraktion von Bündns 90 / Die Grünen diesmal Station in der Beratungsstelle für Suchtfragen in Hückelhoven. Die Leiterin der Beratungsstelle von Caritas und Diakonie, Marlies Trapp, freute sich über das Interesse der Fraktion.

Alkohol steht mit einem Drittel aller Beratungsgespräche nach wie vor an der Spitze der Suchtmittel, gefolgt von Cannabis und Stimulanzien (Aufputschmittel wie zum Beispiel Amphetamine). Damit gehört die legale Droge nach wie vor zu den größten Suchtproblematiken und zum größten Arbeitsfeld der Beratungsstelle.

Aber auch Cannabiskonsumenten nehmen weiter zu. Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist der Konsum erheblich problematischer, da der THC-Wert inzwischen dreimal so hoch ist, so Marlies Trapp. Positiv sieht sie, dass rund 80 Prozent der Opiatabhängigen an der Substitution teilnehmen. Die Beschaffungskriminalität ist damit eingedämmt, und viele Betroffene können dadurch einen fast ganz normalen Alltag im Betrieb oder Familie bewältigen.

In der seit 1986 bestehenden Suchtberatungsstelle werden unverändert vom Kreis Heinsberg drei Vollzeitstellen finanziert, hinzu kommt ein Landeszuschuss, der 0,5 Stellenanteile abdeckt. In der Beratungsstelle sind insgesamt fünf Berater, alle mit suchttherapeutischen Zusatzausbildungen, angestellt (mit einem Stellenumfang von vier Vollzeitstellen); zusätzlich wird eine Honorarkraft beschäftigt. Das Klientenaufkommen hat sich allerdings in dieser Zeit enorm erhöht, von zu Beginn rund 190 auf jetzt circa 600 Beratungen, die jährlich zu bewältigen sind. Das geht – so wurde den Grünen verdeutlicht – nur mit viel Engagement, guter Organisation und einem enormen Kraftaufwand der Beschäftigten.

Keine langen Wartezeiten

Lange Wartezeiten müssten die Betroffenen aber nicht hinnehmen: Die offenen Sprechstunden an zwei Wochentagen erlaubten es, kurzfristig einen Erstkontakt für die Hilfesuchenden zu ermöglichen, so die Leiterin der Beratungsstelle. Fraktionsvorsitzende Maria Meurer zeigte sich beeindruckt von einer solchen Leistung, meinte aber, dass über eine Stellenauf­stockung im politischen Bereich diskutiert werden müsse.

Marlies Trapp machte auf einen erheblichen Mangel an Entgiftungsplätzen für Drogenklienten im Kreis aufmerksam, was zum Teil zu langen Wartezeiten führe. Dafür seien allerdings Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen zuständig.

Besonders am Herzen liegt der Diplom-Psychologin Hilfe für Kinder von Abhängigen. Rein statistisch gesehen, könnten im Kreis Heinsberg von insgesamt 45.000 Kindern rund 5000 in einer Familie leben, wo Sucht eine Rolle spiele. Diese Kinder hätten ein sechsfach erhöhtes Risiko, ebenfalls an einer Suchtstörung zu erkranken. Weitere Probleme in den betroffenen Familien seien Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch.

Geld für die ab Herbst startende Gruppe „Trampolin“ stehe für 2013 nun aus Stiftungsmitteln zur Verfügung, erfuhren die Grünen. Wie es finanziell ab 2014 jedoch weitergehe, sei offen. Geld werde unter anderem gebraucht, um die Kinder mit einem Fahrdienst im gesamten Kreisgebiet von zu Hause abzuholen; Räumlichkeiten müssten angemietet werden, das Fachpersonal (zwei Gruppenleiter) müsse bezahlt werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin Elsbeth Küppers-Hofmann versprach, sich für dieses Anliegen besonders einzusetzen und sagte die Unterstützung der gesamten Fraktion zu.

Für die Mitglieder der Grünen Kreistagsfraktion waren die Informationen von Marlies Trapp von besonderer Bedeutung: „Die Beratungsstelle leistet einen wesentlichen Beitrag zum einen als Hilfe für die betroffenen Menschen und deren Angehörigen, aber auch für die Gesellschaft, die durch weniger Arbeitsausfälle und Drogenkriminalität sowie durch die Unterstützung der Kinder erhebliche öffentliche Mittel einspart.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert