Großübung: „Chaosphase” so kurz wie möglich halten

Von: mabie
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Das Ziel der Großübung auf dem Gelände der Bundesheeresschule in Geilenkirchen-Gillrath war ein koordinierter Ablauf bei einem Großeinsatz im Katastrophenfall. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Großalarm: Ein Helikopter ist über bewohntem Gebiet außer Kontrolle geraten. Bei seinem Absturz streift er ein zweistöckiges Gebäude, in dem gerade eine Familienfeier stattfindet, ehe er auf die angrenzende Landstraße stürzt.

Drei Autos nehmen Schaden, das Gebäude brennt, der Hubschrauber ist dicht verqualmt und trägt mehrere Fässer unbekannten Inhalts in sich. Soweit das Szenario, mit dem sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte beschäftigen mussten.

Denn der Absturz war Gott sei Dank keine Realität, doch das Übungsgelände der Bundesheeresschule in Geilenkirchen-Gillrath bot ideale Bedingungen, um das riesige Katastrophenszenario lebensnah zu simulieren. Unter Leitung des Regionalverbandes Aachen-Heinsberg der Johanniter-Unfall-Hilfe konnten gleich 85 ehrenamtliche Helfer den Katastrophenfall trainieren.

Auch die Anfahrt zum Gelände gehörte mit zum Übungsprogramm. „Wir sind von Aachen aus im sogenannten Marschverband gefahren”, berichtete Marc Marburger von den Johannitern. Für die Fahrzeugführer der insgesamt 30 Einsatzfahrzeuge bedeutete dies im geschlossenen, engen Verband unter Einsatz von Sonderwegerechten zu fahren - höchste Konzentration war dazu notwendig.

Vor Ort fanden die Helfer einsatztypische Bedingungen vor: registrieren, einteilen lassen und helfen - alles im Einsatztempo und mit höchsten Anforderungen. Marc Marburger und sein Kollege Stefan Lozano registrierten dabei wachen Auges alle Taten der Helfer. Fehler im Vorgehen wurden gleich mit einer Verschärfung der Bedingungen bedacht, was beispielsweise ein Mehr an Rauch am Einsatzort bedeuten konnte.

Das Besondere an der Großübung war das gesamte Szenario, das nicht nur die Züge der Freiwilligen Feuerwehren aus den Aachener Stadtteilen Brand und Eilendorf, die Einsatzeinheit Aachen-Stadt der Johanniter und die Sondereinsatzgruppe des Rettungsdienstes aus dem Kreis Heinsberg forderte. So war gleichzeitig auch der ABC-Zug der Stadt Aachen vor Ort, um in einem koordinierten Prozess auch die möglichen Gefahrstoffe in den Fässern im Helikopter zu sichern.

„Es ist überhaupt nicht alltäglich, dass Rettungszüge, Feuerwehr und ABC-Züge zusammenarbeiten - das muss einfach trainiert werden”, so Marc Marburger. Oberstes Ziel der Übung war es, die sogenannte „Chaosphase” kurz nach Eintreffen am Einsatzort so kurz wie möglich zu halten. Nur dann ist es möglich, mit Koordination und Kooperation schnell und gezielt zu helfen, Menschenleben zu retten. Um die Einsätze noch besser zu gestalten, ergänzten viele weitere Einzelübungen das große Chaosszenario.

Natürlich braucht es auch Freiwillige, die sich mit täuschend echt aussehenden Verletzungen „verzieren” lassen. Da halfen Mitglieder der Feuerwehr-Löschzüge aus Boscheln und Herzogenrath. Am Ende waren alle froh und stolz auf das Geschaffte. Obwohl einige nach vielen Stunden im Einsatz schon jeden Knochen spüren konnten.
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