Große Defizite bei der Verknüpfung von Bus und Bahn

Von: Anna Petra Thomas
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Michael Bienick bei seinem Vortrag in Heinsberg. Foto: anna

Kreis Heinsberg. Eine Stadtführung und ein Vortrag gingen der Landesversammlung voraus, die der Landesverband Nordrhein-Westfalen des Fahrgastverbands Pro Bahn am Samstag in der Heinsberger Begegnungsstätte abhielt. Verantwortlich für beides zeichnete Michael Bienick vom Regionalverband Euregio Aachen von Pro Bahn und von der IG Ratheimer Bahn.

Bienick ist parteilos, kandidiert aber für Bündnis 90/Die Grünen als Bürgermeisterkandidat in Hückelhoven.

„Potenziale und Probleme des ÖPNV im Kreis Heinsberg“ war sein Vortrag überschrieben. Dabei gab er zunächst einen Überblick über die Bahnlinien, die durch den Kreis verlaufen und über das aktuelle Busangebot. Lob fand er für die Reaktivierung und Elektrifizierung der Heinsberger Bahn. Allerdings seien Städte wie Hückelhoven oder Wassenberg weiterhin ohne eigene Anbindung im Zentrum, stellte er fest.

Defizite sah er vor allem bei der Verknüpfung von Bus und Bahn. So gebe es zwar am Bahnhof Dremmen für den direkten Umstieg sogar einen Kombibahnsteig, allerdings weiche hier die Buslinie SB 4 wegen des Schülerverkehrs vom Takt ab. In den Ferien entstehe am Vormittag sogar eine Taktlücke von drei Stunden. Hier sah Bienick Verbesserungsmöglichkeiten, etwa durch die Einführung und die konsequente Einhaltung eines klaren Taktfahrplans, auch im Busverkehr. Zudem müssten die ausgewiesenen Anschlüsse nach Möglichkeit auch erreicht werden und sinnvolle Verknüpfungspunkte eingerichtet werden.

Im zweiten Teil seines Vortrags ging er auf das Engagement der vor zwei Jahren gegründeten IG Ratheimer Bahn ein. Deren Ziel ist die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke von Linnich über Baal, Hückelhoven und Ratheim bis nach Wassenberg. Zugleich wolle die IG die Entwidmungspläne der Stadt Hückelhoven verhindern, die auf der Bahntrasse eine neue Landstraße bauen lassen wolle, erklärte Bienick den Vertretern der Landesversammlung. „Unsere Befürchtung ist, dass eine spätere Reaktivierung durch die drohende Entwidmung gravierend erschwert wird.“

In seinem Grußwort zu Beginn der Versammlung kritisierte Bienick dann zudem den aktuellen „Übereck-Anschluss“ in Lindern für die Fahrgäste, die zwischen Heinsberg und Düsseldorf die Bahn nutzen wollen. „Wer derzeit von Düsseldorf nach Heinsberg will, verpasst die RB 33 in Lindern um eine Minute, umgekehrt sind es sechs Minuten“, so Bienick. Heißt also bei jedem Umsteigen fast eine Stunde(!) Wartezeit. Die Lösung sieht er in spurtstärkeren Triebzügen, die aber erst auf längere Sicht möglich seien und in einer Verbesserung des Fahrplans. „Hier besteht dringend Handlungsbedarf“, so Bienick.

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