Griechische Trägödie unterm Förderturm

Von: hewi
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Hückelhoven. Im zurückliegenden Schuljahr hatte sich der Literaturkurs des Hückelhovener Gymnasiums etwas Besonderes vorgenommen. Denn anstelle eines Theaterstückes wurde ein Krimi geschrieben und gedreht. „Coitus letalis” (tödlicher Beischlaf) heißt das Ergebnis, das in der Aula zur Aufführung kam.

Nahezu alle Rollen war von den Schülern besetzt, während sich die Lehrer Peter Rohe und Michael Giebler für Drehbuch, Regie, Kamera und Schnitt verantwortlich zeichneten.

Und weil der Film das Produkt eines Literaturkurses war, hatte der Stoff natürlich auch die entsprechende Schwere. „Der Kriminalfilm hat den antiken Mythos des Ödipus zur Grundlage”, erklärt Rohe.

Das stellte sich jedoch erst in der zweiten Hälfte des Filmes heraus, als das Skelett, das man im verschütteten Stollen des Bergwerkmuseums gefunden hatte, sich als Vater und gleichzeitig Bruder der jungen Schülerin Victoria Winter (Pia Mackenstein) herausstellte.

Diese war dem Polizeiteam um die neue Kommissarin Josefine Hübner (Swenja Kohnen) als Mitglied eines nächtlichen antiimperialistischen Sprayerkommandos aufgefallen.

Als dann auch noch ihre Mutter (Johanna Jansen) erschlagen und allem Anschein nach missbraucht aufgefunden wurde, stand sie mitsamt ihrem verhaltensgestörten Freund Mario (Marius Winkler) im Fadenkreuz der Ermittler. Am Ende waren beide tot. Viktoria hatte sich erhängt und Mario war auf dem Schacht-3-Gelände von der Polizei erschossen worden.

Der Ratheimer Pfarrer Klaus Jansen spielte sich selbst und war sowohl bei der Beerdigung wie auch im Trauergottesdienst im Einsatz. Bei der Handlung wurde an nichts gespart, was einen Krimi ausmacht: Beziehungsgeflechte zwischen den Akteuren, falsche Fährten, eine Schießerei und teilweise witzige Dialoge gab es ebenso wie die gehörige „Prise Hückelhoven”.

Denn gedreht worden war natürlich an Originalschauplätzen. So war die Hückelhovener Polizeiwache ebenso Schauplatz wie das Gymnasium, der Schacht 3, die Himmelsleiter und der Windpark bei Rurich. So weit eigentlich eine tolle Sache, möchte man denken.

Doch war es über weite Strecken kaum möglich, der Handlung zu folgen, weil die Dialoge meistens an den wichtigsten Stellen von den Umweltgeräuschen übertönt wurden.

Die Handlung zog sich hin und war über weite Teile nur schwer nachvollziehbar. Die Auflösung des Falles wurde erst im Abspann präsentiert, als Viktorias Abschiedsbrief vorgelesen wurde. Bis dahin stellte sich die Handlung etwas verquast und leicht schleppend dar.

Vorerst wird „Coitus letalis” wohl der einzige Film bleiben, den der Literaturkurs umsetzt. Im nächsten Schuljahr ist wieder ein Theaterstück an der Reihe.
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